Jakobskreuzkraut auf dem Vormarsch

Auch mitten im Wohngebiet ist das Jakobskreuzkraut inzwischen angekommen. Anwohner Peter Söhrnsen weist auf die Trockenwiese an der Flensburger Straße in Faldera. Eigentlich müsste man das Kraut komplett herausreißen, meint der passionierte Jäger.
Foto:
1 von 2
Auch mitten im Wohngebiet ist das Jakobskreuzkraut inzwischen angekommen. Anwohner Peter Söhrnsen weist auf die Trockenwiese an der Flensburger Straße in Faldera. Eigentlich müsste man das Kraut komplett herausreißen, meint der passionierte Jäger.

Die gelb-goldene Giftpflanze breitet sich in der Stadt immer weiter aus / Stadt lässt 260 000 Quadratmeter Brach- und Gewerbeflächen mähen

von
21. Juli 2015, 12:08 Uhr

Das vor allem bei Landwirten und Imkern gefürchtete Jakobskreuzkraut (JKK) ist auch in Neumünster weiter auf dem Vormarsch. Die Stadt lässt in diesen Tagen rund 260 000 Quadratmeter Brach- und Gewerbeflächen mähen, auf denen sich die goldgelb blühende Giftpflanze großflächig verbreitet hat.

„Wir versuchen, die Ausbreitung im Zaum zu halten“, begründete Michael Muszeika vom Fachdienst Grünflächen die Aktion. Wichtig sei es, die Flächen zu mähen, bevor die Saat voll ausgereift sei. Die Mahd werde dann zu Mulch verarbeitet und verrottet. Weil nicht zu spät gemäht werden darf, werden die TBZ-Mitarbeiter von mehreren Lohnunternehmen unterstützt.

Der Erfolg der Bekämpfung dürfte dennoch begrenzt sein. Systematisch gemäht werden lediglich die städtischen Flächen. Die Eigentümer privater Flächen, etwa in noch ungenutzten Gewerbegebieten, werden von der Stadt zwar angeschrieben, können aber nicht zum Mähen verpflichtet werden.

Selbst mitten in zentralen Wohngebieten ist JKK inzwischen angekommen. Vereinzelt stehen die Pflanzen an Parkplatz - und Wegesrändern, in größeren Beständen auch auf verwilderten Grundstücken. In Faldera wurden jetzt die ersten Exemplare ausgerechnet auf dem von den Naturschutzbehörden geschützten Trockenrasen an der Flensburger Straße gesichtet. Anwohner Peter Söhrnsen ärgert sich: „Eigentlich müsste man die Pflanzen mit Stumpf und Stiel ausreißen, aber die Wiese ist in diesem Jahr noch nicht einmal gemäht worden.“

Michael Muszeika bat gestern um Verständnis, dass man nicht jede Pflanze im Stadtgebiet „verfolgen“ könne, das sei auch nicht wünschenswert: Auch das Jakobskreuzkraut habe einen ökologischen Wert, biete etwa über 170 Insektenarten Lebensraum. „Eine Ausrottung ist weder möglich noch wünschenswert“, so Muszeika.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen