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Ehndorf : Jagd: Spaziergänger sahen sich in Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Silvestertag gerieten zwei Frauen mit ihren Hunden im Ehndorfer Moor in ein Jagdgebiet. Es fielen Schüsse. Jäger sehen kein Versäumnis.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 06:00 Uhr

„Diesen Silvesterspaziergang werde ich so schnell nicht vergessen. Der Schreck steckt mir noch in den Knochen.“ Ingrid Hartmann ist geschockt. Gemeinsam mit einer Freundin geriet sie zum Jahreswechsel im Wald plötzlich ohne Vorwarnung in eine Jagd. Mehrfach wurde geschossen. Doch die Jäger sehen keinerlei Versäumnis.

Um 10 Uhr hatte sich die Ehndorferin damals mit ihrer Freundin Nicole Beschorner aus Bark bei Wahlstedt im Ehndorfer Moor zu einem Spaziergang durch den Wald entlang dem Bünzautal verabredet. Mit von der Partie waren auch die beiden Hunderüden Sam und Socke von Nicole Beschorner sowie die Hündin Sandy vom Ingrid Hartmann. Die Tiere waren angeleint, damit sie nicht vom Wanderweg abweichen. „Beim Lesen einer Infotafel über die Heckrinder sahen wir plötzlich eine Person vor der Bünzau im Grund stehen und wunderten uns, was der da wohl macht“, erzählte Ingrid Hartmann.Als die beiden Frauen weitergingen, trafen sie auf den Ehndorfer Hauke Göttsch, der zu diesem Zeitpunkt für die Jagdgenossenschaft unterwegs war.

Plötzlich fielen Gewehrschüsse, so die Spaziergängerinnen. „Mindestens acht Mal wurde geschossen“, sagten die Frauen. „Mein erschrockener lauter Ausruf ‚Hallo hier sind Leute, hier ist jemand!‘ wurde von meinem Gegenüber mit der Bemerkung beantwortet: ‚Hier ist eine Jagd‘“, schilderte Ingrid Hartmann die Situation auf dem öffentlichen Waldweg. Daraufhin seien die Freundinnen sofort weitergegangen, um die Gefahrenzone möglichst schnell zu verlassen, so ihre Schilderung. Eine Erklärung oder Entschuldigung von Seiten der Jäger habe es nicht gegeben, hieß es. Beide Frauen können nicht verstehen, warum nicht weiträumig auf die Jagd hingewiesen und gewarnt wurde.

Der an der Jagd beteiligte Hauke Göttsch konnte sich auf Nachfrage noch gut an das Zusammentreffen mit den beiden Spaziergängerinnen erinnern, zumal er Ingrid Hartmann persönlich kennt. „Mit sechs Jägern machten wir eine Niederwildjagd auf Fasane und haben absolut nichts Unrechtes getan, sondern uns strikt an die uns obliegenden Sorgfaltspflichten gehalten. Wir alle trugen Warnwesten und -hüte. Ich hatte extra einen Standort eingenommen, um Spaziergänger rechtzeitig auf den Jagdbetrieb aufmerksam zu machen“, sagte Göttsch. Eine Gefährdung von Personen auf dem Waldwanderweg war seiner Aussage nach völlig ausgeschlossen, weil die Schussrichtung ins Bünztal vorgegeben war.

„Nach meinem Kenntnisstand ist die Ehndorfer Niederwildjagd einwandfrei gelaufen. Das Schussfeld war aus Sicht der Schützen klar überschaubar, und es wurde mit Schrotmunition geschossen, die eine Reichweite von rund 35 Metern hat. Eine weiträumige Sperrung ist nicht erforderlich. Warnschilder werden zum Beispiel nur bei großen Teibjagden für Autofahrer als Hinweis darauf aufgestellt, dass aufgescheuchtes Wild die Straßen queren könnte“, sagte der Aukruger Hegeringsleiter Ulrich Michalke gestern auf Nachfrage.

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