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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 09:23 Uhr

Rendswühren : Ist der Windpark vor dem Aus?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Wetterdienst lehnt den Bau der 150 Meter hohen Anlagen ab und befürchtet Störungen für die Station in Boostedt.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2014 | 07:30 Uhr

Rendswühren | Die Griesenböteler Bürger können erst einmal aufatmen. Denn die Gönnebeker Windkraftplaner müssen ihr umstrittenes Projekt überdenken. Schuld an der neuen Situation ist nicht der Protest der Anwohner. Vielmehr kam den Gegnern der Deutsche Wetterdienst zu Hilfe. Der sieht Probleme durch die hohen Anlagen für seine Station in Boostedt.

Zwischen den Rendswührener Bürgern aus dem Ortsteil Griesenbötel und den Windkraftplanern aus Gönnebek sind die Fronten längst verhärtet. Besonders die Nähe der Anlagen zu dem siedlungsähnlichen Ortsteil an der Bundesstraße 430 hatte den Anwohnern Sorgen bereitet. Bei anerkannten geschlossenen Siedlungsbereichen müssen 800 Meter Mindestabstand eingehalten werden. Das gilt zum Ärger der Anwohner aber nicht für Griesenbötel. Weil der Ortsteil nicht als geschlossene Siedlung anerkannt ist, dürften die Planer bis auf 400 Meter an die Häuser heranrücken. Geplant sind derzeit rund 550 Meter Abstand zum nächsten Gebäude. Sechs 150 Meter hohe Windkraftanlagen sollten im Hinterland der Siedlung gebaut werden. Allerdings hätten nur zwei Anlagen und nicht der gesamte Windpark im Abstand von 750 Metern zur Bundesstraße B 430 gelegen, erklärte Knut Hamann von der Windpark Gönnebek GmbH.

Anfang November kam der Ablehnungsbescheid aus dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Wie das Landesamt mitteilte, hatte der Deutsche Wetterdienst sich in der öffentlichen Auslegungsphase gegen den Bau der 150 Meter hohen Anlagen ausgesprochen. Die nur sieben Kilometer von der Boostedter Station entfernten Anlagen hätten besonders die Feinaussagen bei Wetterlagen wie Nebel oder Schnee beeinträchtigt. Das teile der Gönnebeker Standort mit Großenaspe, wo ebenfalls eine Ablehnung ergangen ist. Im Abstand von 5 Kilometern dürfen keine Windkraftanlagen gebaut werden. Im Abstand von 5 bis 15 Kilometern vom Wetterradar müssen Höhe und Bedingungen geprüft werden. Ab 15 Kilometer Entfernung gibt es keine technischen Probleme, hieß es.

„Wir sind froh, wenn wir unsere Gärten voraussichtlich ohne die Beeinträchtigung eines Windparks in unmittelbarer Nähe nutzen können. Wir haben bereits eine Bundesstraße vor der Haustür. Der Windpark im Rücken hätte den Wert unserer Häuser erheblich gesenkt“, meinte Anwohner Jürgen Staben jetzt erleichtert.

Trotz der jetzt ergangenen Ablehnung wollen die Griesenböteler ihre Protestschilder stehenlassen. Denn ob sie sich zu früh freuen, wird von den kommenden Entscheidungen abhängen. „Wir werden Widerspruch gegen den Bescheid einlegen“, kündigte Knut Hamann an. Auch der Klageweg müsse geprüft werden. Grundsätzlich wäre in Gönnebek der Bau kleinerer Anlagen möglich. Ob sich auf dem Standort Anlagen mit 100 Metern Höhe rechnen, müsse eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ergeben. Das wäre ein ganz neues Antragsverfahren und werde noch nicht diskutiert, sagte Hamann.

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