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17. Oktober 2017 | 16:02 Uhr

"Integration ist Zukunftssicherung"

vom

30 Gäste diskutierten auf Einladung der CDU das Thema Integrationspolitik / Ehemalige Ministerin fordert eine "neue Willkommenskultur"

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Für die Diskussion zum Thema "Fachkräftemangel - Chancen durch Integration" am Dienstagabend im Hotel "Altes Stahlwerk" hätten sich die CDU-Landesfachausschüsse keine geeignetere Referentin als Aygül Özkan aussuchen können. Die Rechtsanwältin und Muslimin war von April 2010 bis Februar dieses Jahres Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in Niedersachsen.

Die beiden Moderatorinnen des Abends, Anke Schimmer, Vorsitzende des CDU-Landesfachausschusses Familie, Gesellschaft und Soziales, und Babett Schwede-Oldehus, Vorsitzende des Landesfachausschusses Integration, konnten mit dem Europaparlamenatrier und CDU-Landesvorsitzenden Reimer Böge sowie Neumünsters Bundestagsabgeordnetem Dr. Philipp Murmann weitere prominente Diskussionsteilnehmer begrüßen. 30 Interessierte waren gekommen.

Özkan sagte in ihrer einführenden Rede: "Wir in Deutschland werden älter, bunter und weniger." Deshalb müssten vor dem Hintergrund der immer geringer werdenden Zahl an Berufstätigen (bis 2035 seien es 12 Millionen) die Integration und die Zuwanderung als Chance genutzt werden. Für eine erfolgreiche Integration forderte Özkan die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung, am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben.

"Sprache ist der Schlüssel zur Integration", betonte sie wiederholt. "Dazu müssen die Kinder so früh wie möglich in die Kita", sagte Özkan. Ihre Forderung: Der Arbeitsmarkt müsse sich verstärkt um Jugendliche mit geringen Qualifikationen oder ganz ohne Ausbildung kümmern. 35 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund seien noch ohne Ausbildung. "Aber wir brauchen diese Jugendlichen", so die Rechtsanwältin.

Dazu gebe es besonders bei Personalentscheidern Nachholbedarf. Für die notwendigen Zuwanderer forderte Özkan eine "neue Willkommenskultur, auch in den Ämtern". Die Anerkennung von Abschlüssen sei ein wichtiger Schritt, aber erst sieben Bundesländer hätten dies gesetzlich verankert. Einfach und schlüssig brachte Özkan ihre Meinung auf den Punkt: "Integrationspolitik ist Zukunftssicherung."

In der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Themen aufgegriffen und intensiv erörtert, unter anderem die "Durchlässigkeit der verschiedenen Bildungsstränge" und die Frage, ob Kinder aus unterschiedlichen Ländern multikulturelle Erzieher brauchen.

Nach Ansicht von Özkan gehören auch Asylbewerber zu den Zuwanderern, sie dürften daher nicht länger ausgeschlossen bleiben vom Prozess der Integration. Sie forderte dafür von Politik und Arbeitgebern mehr Unterstützung und finanzielle Mittel. "Integration ist ein langfristiger Prozess, dafür muss Geld kommen", sagte Özkan. Für die Bündelung der notwendigen Maßnahmen verlangte sie die Schaffung eines Integrationsministeriums.

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