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Besuch im Landeskabinett : Integration durch Rasenmähen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Alexander-von-Humboldt-Schüler durften bei Ministerpräsident Torsten Albig und seinen Ministern Vorschläge zur Integration von Flüchtlingen machen.

Neumünster | Die Idee ist ausgefallen und doch simpel: Flüchtlinge erhalten bei einer Anmeldung im Internet Punkte auf einem Konto gutgeschrieben und besuchen davon zum Beispiel Sprach- oder Integrationskurse. Ist das Konto leer, können sie es durch kleinere Dienstleistungen, etwa Rasenmähen oder Einkaufengehen, wieder auffüllen. Umgekehrt erhält jeder Bürger, der sich für Flüchtlinge einsetzt, ebenfalls Punkte und darf diese gegen die Arbeit der Flüchtlinge einlösen. Dieses Konzept unter dem Namen „Integrate Refugees“ (Flüchtlinge integrieren) stellten sechs Alexander-von-Humboldt-Schüler (AHS) aus Einfeld jetzt dem Kabinett von Ministerpräsident Torsten Albig im Gästehaus der Landesregierung in Kiel vor. Albig, seine Minister und Staatssekretäre waren beeindruckt.

„Wir haben viele Rückfragen bekommen. Zu unserem Konzept wird jedes Ministerium nun eine Stellungnahme abgeben, am Ende steht eine Kabinettsvorlage“, sagt Anne Mittelstät (18) aus dem Abschlussjahrgang der AHS stolz. Nachdem der Landesvater die Schüler im vergangenen Jahr beim Global Economic Symposium in Kiel, einer Veranstaltung des Leibniz Informationszentrums ZBW, der Joachim-Herz-Stiftung und des Instituts für Weltwirtschaft, kennengelernt hatte, lud er sie im November zu sich in die Staatskanzlei ein und gab ihnen die Aufgabe, ein Integrationskonzept zu erstellen.

Das geschah dann relativ zügig. Bei mehreren Treffen der Schülergruppe im Rahmen der Begabtenförderung an der AHS entstand schließlich die Idee. „Wir haben uns von Tauschbörsen im Internet inspirieren lassen. Wir wollten eine Möglichkeit schaffen, dass sich Deutsche und Flüchtlinge nicht nur einmal sehen, sondern dauerhaft in Kontakt bleiben“, erklärt Anne Mittelstät.

Torsten Albig meinte: „Das war eine gute Beratungsstunde für das Kabinett. Die Schüler haben praxisnahe und kluge Lösungsansätze dafür aufgezeigt, wie man Integrationsleistungen zu den Flüchtlingen vor Ort bringt.“ Es sei sehr motivierend zu sehen, mit welchem Interesse sich die nächste politische Generation des komplexen und schweren Themas annehme. Der Ministerpräsident bot außerdem die Unterstützung der Landesregierung bei der Umsetzung einer Internetplattform an, die Flüchtlinge und Einheimische zusammenbringen kann. Die Humboldt-Schüler erhielten zudem ein Lob von Albig für ihr Projekt, bei dem Oberstufenschüler jüngeren Schülern die Hintergründe für die aktuelle Fluchtbewegung erklären. Dieses Prinzip will die Regierung auf andere Schulen im Land übertragen.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 12:00 Uhr

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