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Holsteinischer Courier

21. November 2017 | 02:02 Uhr

Protesttag : Innenstadt kam auf den Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Verein Lichtblick demonstrierte am Sonnabend für eine barrierefreie Innenstadt. Es fehlen Wohnungen für junge Leute.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 11:00 Uhr

Neumünster | „Einfach für alle – gemeinsam für eine barrierefreie Stadt.“ Im Rahmen ihres Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung nahmen Vereine und Institutionen am Sonnabend öffentliche Flächen unter die Lupe. Auch der Verein Lichtblick für körper- und mehrfachbehinderte Menschen beteiligte sich wieder am europaweiten Protesttag und lud interessierte Menschen am Sonnabendvormittag zu einem Rundgang über den Großflecken ein.

Wie ist es um die Barrierefreiheit in Neumünsters Innenstadt bestellt? Können Menschen mit Rollstühlen oder Rollatoren problemlos am öffentlichen Leben ihrer Stadt teilnehmen? Diesen Fragen gingen die Mitglieder des Vereins während ihrer Tour auf den Grund.

Die meisten Geschäfte und auch die öffentlichen Toiletten seien für Rollstuhlfahrer gut erreichbar, sagte Kersten Andresen vom Verein Lichtblick. „Was Rollstuhlfahrern und Menschen mit Gehbehinderungen nach wie vor große Probleme bereitet, ist die Pflasterung des Großfleckens“, aber das sei ja nichts Neues, fügte Andresen hinzu.

Neu hingegen ist das Lichtblick-Engagement für behindertengerechtes Wohnen für junge Menschen. „Barrierefreies Wohnen für Senioren wird in Neumünster inzwischen in allen Stadtteilen angeboten. Woran es mangelt, sind behindertengerechte Wohnungen für junge Leute“, sagte Andresen. Allein im Verein Lichtblick gäbe es momentan acht junge Menschen, die auf der Suche nach einer barrierefreien Wohnung sind, um dort eine WG gründen zu können. „Solche Angebote fehlen in Neumünster“, wusste die Mutter einer mehrfachbehinderten Tochter zu berichten. Als sie von den Plänen des neuen Campus an der Memellandstraße (der Courier berichtete) erfuhr, sei ihr sofort die Idee gekommen, dass dort der ideale Platz für so eine WG sei. „Da könnten Synergieeffekte entstehen“, sagte Kersten Andresen.

Mit Synergien kennt sich der Verein bestens aus, In diesem Jahr feiert Lichtblick sein 15-jähriges Bestehen. „2001 sind wir mit sieben Familien gestartet, vor einem Monat hat unser Ortsverein die Hunderter-Marke geknackt“, freute sich Kersten Andresen. So etwas muss natürlich gefeiert werden. Da die Internetseite momentan überarbeitet wird, gibt es das Jubiläumsprogramm und sämtliche Informationen zur Arbeit des Vereins im Büro an der Mühlenstraße oder unter Tel. 90 11 653.

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