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Rantzau-Kaserne : Innenminister auf Blitzbesuch in Boostedt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erste Flüchtlinge sollen am 1. Januar einziehen. Schleswig-Holsteins neuer Innenminister Studt machte sich am Samstag ein Bild von der Kaserne in Boostedt.

Boostedt | Schleswig-Holsteins neuer Innenminister Stefan Studt und seine Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler (beide SPD) besuchten am Samstagmorgen die Rantzau-Kaserne in Boostedt. Bei dem inoffiziellen Treffen informierte sich Studt, wie und wo die etwa 500 Flüchtlinge in der Gemeinde unterkommen sollen.

In der Rantzau-Kaserne soll eine Zweigstelle der Landesunterkunft am Haart in Neumünster werden, die aus allen Nähten platzt. Etwa 500 Menschen sollen in Boostedt untergebracht werden. Minister Stefan Studt und Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler wollten sich ein Bild vor Ort machen. Begleitet wurden sie dabei von Oberst Hannes Wendroth, Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein, und Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU).

Nach ihrem Rundgang zeigten sich die Politiker positiv beeindruckt von den Plänen, nach denen ein Teil der Unterkünfte in der Kaserne vom anderen Bundeswehrgelände abgezäunt und für die Einquartierung von 500 Flüchtlingen umgebaut werden soll. „Mir ist wichtig, dass wir für die angespannte Situation der zunehmenden Flüchtlingszahlen eine Lösung finden. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir diese große Aufgabe hier gemeinsam mit der Bundeswehr und der Gemeinde angehen können“, sagte Innenminister Stefan Studt.

Zur Problematik, Kriegsflüchtlinge in direkter Nachbarschaft zu einer aktiven Kaserne anzusiedeln, meinte der Innenminister: „Ich glaube, das ist verkraftbar. Die Lage des Geländeteils lässt eine räumliche Trennung zu. Und da der Betrieb der Bundeswehr hier ja Ende 2015 eingestellt wird, ist es eine Situation auf Zeit. Dennoch wäre es natürlich wünschenswert, wenn es anders wäre.“ Wichtig ist ihm, dass den Asylbewerbern die Nachbarschaft zu den Soldaten von vornherein gut kommuniziert werden muss. „Sie müssen darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass die Soldaten hier zu den Guten gehören und dass Übungen, zum Beispiel auf dem Schießplatz, keine Gefahr darstellen“, erklärte er.

Als Zeitpunkt für den Einzug der ersten Flüchtlinge ist bisher der 1. Januar 2015 vorgesehen. Die Einrichtung soll dann wie die Erstaufnahme in Neumünster ausgestattet sein. „Priorität haben hier jedoch zunächst die Unterbringungsmöglichkeiten. Natürlich werden wir uns jedoch ebenfalls zeitnah um die Sicherheit sowie um die adäquate Versorgung der Menschen kümmern. Doch hier gibt es noch vieles abzustimmen und zu organisieren“, erklärte Manuela Söller-Winkler in Bezug auf die Mietverträge mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), auf die Leitung durch die Neumünsteraner Zentrale sowie auf das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), das die Gebäude betreiben soll.

Wichtig sei es jedoch gleichfalls, die Gemeinde Boostedt in diesen Prozess miteinzubeziehen. „Dass dieses unabdingbar ist, haben wir verstanden. Wir unterstützen hier den Bürgermeister, weil wir ein gutes Miteinander wollen“, sagten Stefan Studt und Manuela Söller-Winkler.

An der Einwohnerversammlung am Mittwoch, 8. Oktober, ab 19.30 Uhr im Hof Lübbe wird die Staatssekretärin gemeinsam mit weiteren Fachleuten aus dem Ministerium teilnehmen. Zur Petition der Gemeindevertreter und dem Fragenkatalog der Bürger (der Courier berichtete) wollte sich Manuela Söller-Winkler allerdings nur vorsichtig äußern. Die Gemeinde fordert eine Reduzierung auf maximal 250 Flüchtlinge. „Der Katalog ist in Bearbeitung. Viele Fragen bedürfen noch weiterer Prüfung. Ich werde am Mittwoch deshalb nur auf die Punkte eingehen können, auf die ich belastbare Antworten habe“, erklärte sie.

Zuversichtlich bewertet wurde der Besuch von Stefan Studt von Boostedts Bürgermeister Hartmut König. „Nach dem Ministerwechsel gab es sofort Kontakt mit dem neuen Innenminister. Das ist etwas, worauf wir bei seinem Vorgänger seit Wochen gewartet haben“, sagte er.

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erstellt am 06.Okt.2014 | 05:30 Uhr

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