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Verwandlungskünstler : In Sekunden von Helene Fischer zu Stevie Wonder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ennio Marchetto verblüffte 150 Zuschauer mit Papierkostümen und einer toller Bühnenshow.

Neumünster | „Großartig! Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, hätte ich nicht für möglich gehalten, dass sich die englische Königin innerhalb von Sekunden in Freddie Mercury verwandeln kann. Und das nicht nur äußerlich, sondern auch in der Attitüde.“ Eine derart ungewöhnliche Show, wie die von Ennio Marchetto habe sie noch nie erlebt, schwärmte Cathrin Meister am Ausgang des Theatersaales. Als eine von 150 Besuchern war die Kielerin am Freitagabend in die Stadthalle gekommen, um die Vorstellung des Venezianers als „The living paper cartoon“ zu erleben.

Ennio Marchetto ist ein echter Tausendsassa. Nicht nur, dass er während der 75-minütigen Show in insgesamt 33 verschiedene Papier-Kostüme schlüpfte und mittels Origami-Techniken – klapp, klapp, klapp – sage und schreibe 70 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und bekannte Musiker darstellte. Mit überzogener Gestik und Mimik gelang es dem Verwandlungskünstler vorzüglich, die Marotten und Charakteristika der jeweils dargestellten Personen herauszuarbeiten. Keine zwei Augenblicke, und schon war klar, vorne auf der Bühne steht Helene Fischer und schüttelt „Atemlos“ ihre blonde Mähne. Im Fall von Ennio Marchetto wurden blonde Papiersträhnen geschüttelt. Papier ist sein Markenzeichen. Während viele Bühnenkünstler auf technische Raffinessen setzen, bleibt der mit internationalen Preisen gekrönte Marchetto dem von ihm bevorzugten Naturmaterial treu. Und das bereits seit über 30 Jahren. Erste Erfolge seiner extravaganten Papierkostüme und -masken für den Karneval in Venedig ermutigten den jungen Mann Ende der 80er-Jahre zu weiteren Kreationen und dem Besuch von Tanz- und Schauspielworkshops. Schnell wurden Kritiker und Agenturen aufmerksam. Die Kunst Ennio Marchettos war einzigartig und ist es bis heute geblieben. Wem sonst gelingt es mit plakativen Papierkostümen, Hits vom Band und gekonnter Pantomime sein Publikum davon zu überzeugen, dass man nur ein paar Handgriffe benötigt, um aus einem „Oh happy day“ singenden Gospelchor den „King of Rock  ’n’  Roll“ zu kreieren oder die vierköpfige Gruppe Kraftwerk im Handumdrehen in Dieter Bohlen und Thomas Anders von „Modern Talking“ zu verwandeln?

Das Publikum in Neumünster war begeistert. Es stand und applaudierte Ennio Marchetto. Und der bedankte sich mit einer beeindruckenden Zugabe: Als Sumo-Ringer kam er auf die Bühne zurück, als Can-Can-Tänzerin verließ er sie.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 07:45 Uhr

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