zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 20:43 Uhr

Wasbek : In drei Wochen sollen Tiere kommen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Verein „Gestrandete Pfötchen“ hat die Betriebserlaubnis für ein Tierheim / Die Stadt verhandelt immer noch mit dem Tierpark

Wasbek | Am Schluss wurde es noch einmal eng für die „Gestrandeten Pfötchen“. „Weil sich kurzfristig ein Kaufinteressent beim Eigentümer Diakonie gemeldet hat, mussten wir die Schlüssel für eine Woche abgeben. Aber jetzt haben wir sowohl einen Mietvertrag mit anschließender Kaufreservierung als auch die Betriebserlaubnis und die Baugenehmigung in der Tasche. In drei Wochen sollen die ersten Tiere kommen“, sagt die Vereinsvorsitzende Bianca Schenk. Seit gestern sind viele fleißige Helfer dabei, das Gelände am Krusenhofer Weg 111 in Wasbek an der Stadtgrenze zu Neumünster für ein neues Tierheim herzurichten.

Auf gut 12  000 Quadratmetern Grundstück stehen zwei Gebäude mit 500 Quadratmetern Fläche, Kranken- und Quarantänestation sowie Verwaltung zur Verfügung (der Courier berichtete). Zunächst rund 60 Katzen und kleine Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster können untergebracht werden, sagt Bianca Schenk: „Hunde nehmen wir erstmal nur notfallmäßig.“ Neben den sogenannten „Abgabetieren“ aus privaten Haushalten will der Verein auch Fundtiere aufnehmen.

Mit der Stadt Neumünster gibt es aber keine Vereinbarung. „Die Verhandlungen mit den Ämtern Boostedt-Rickling, Bad Bramstedt und Bad Bramstedt-Land laufen. Wir hoffen, dass sich Neumünster und das Amt Mittelholstein anschließen. Wir sind offen in alle Richtungen für Kooperationen. Es gibt kein Konkurrenzdenken“, sagt Bianca Schenk. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Tierpark könne sie sich vorstellen.

Mit dem führt die Stadt immer noch Gespräche über den Betrieb eines eigenen Tierheims; die sind aber ins Stocken geraten. „Es gibt noch denselben Sachstand wie im März. Wir sind im Dialog“, sagt Dr. Klaus-Joachim Poweleit, Vorsitzender der Tierparkvereinigung.

Die „Gestrandeten Pfötchen“ indes gehen mit vollem Elan an ihr Projekt. Froh ist die Vereinsvorsitzende Bianca Schenk darüber, dass sich so viele Helfer engagieren. „Ich habe große Unterstützung, auch von Firmen, die hier kostenlos arbeiten.“ Mitarbeiter eines Garten- und Landschaftsgestalters brachten gestern die Grünanlagen in Schuss, eine Sanitär- und Heizungsfirma kümmerte sich um Toiletten, Zu- und Abflüsse. Das Helfer-Team riss Tapeten ab, strich die Wände und säuberte die Fenster. Auf einer geplanten Mitgliederversammlung soll umgehend das Team für die Leitung des Tierheims gewählt werden. Und: „Es wird ein großes Eröffnungsfest geben“, versprach Bianca Schenk.

Eine Schlappe erlebte dagegen der Tierschutzverein im Bemühen, die alte Tierauffangstelle wieder betreiben zu können. Die Stadt lehnte den Widerspruch gegen die Schließung jetzt ab. „Damit bleibt dem Verein nur der Klageweg“, teilte Stadtsprecher Stephan Beitz gestern mit. Im August vergangenen Jahres hatte die Stadt dem Tierschutzverein die Betriebserlaubnis wegen einer ganzen Reihe von Mängeln untersagt. Nachdem zunächst kurzfristig die Tierhilfe eingesprungen war, ist nun das Tierheim in Kiel für Fundtiere zuständig. Es gibt einen behelfsmäßigen Container für die Unterbringung im Gefahrenabwehrzentrum, der von der Berufsfeuerwehr betreut wird (der Courier berichtete).

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Mai.2017 | 07:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen