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GasstraSSe : In die Obdachlosenunterkunft kommen immer mehr junge Leute

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Einrichtung feierte jetzt ihre Weihnachtsfeier mit über 50 Gästen.

Neumünster | Eine zünftige Weihnachtsfeier mit Geschenken und einem ordentlichen Braten auf dem Tisch gehören zu den Traditionen der Obdachlosenunterkunft an der Gasstraße, die in diesem Jahr ihr 20jähriges Bestehen feierte (Courier berichtete). Über 50 Gäste aller Altersgruppen, darunter viele Stammgäste aus dem Viertel und junge Mütter mit kleinen Kindern, freuten sich am Freitagabend auf den deftigen Krustenbraten mit verschiedenen Kohlsorten und Nachtisch, den die fünf Ehrenamtler in der hauseigenen Küche vorbereiteten.

Mit dabei war Pastor Stefan Bemmé von der Anscharkirche, der mit den Gästen Weihnachtslieder sang und eine Weihnachtsgeschichte vortrug. Als er aber zwischen guten und weniger guten Geschichten unterschied und laute, grelle, bunte als die weniger guten einschätzte, protestierte eine ältere Dame: „Die sind doch auch gut!“ Bemmé hingegen schätzt eher die Geschichten, die den Märchen ähnlich sind, mit einem nicht ganz einfachen Weg, der aber mit Fleiß und Beharrlichkeit zu einem guten Ende führt.

Nach Weihnachtsgeschichte und dem Essen hatte Hans-Jürgen Bröcker, der Leiter der Tages- und Übernachtungsstelle, noch eine Überraschung. Dank einer sehr großzügigen Spende der Kieler Firma Kievel bekam jeder Gast, je nach Bedarf, schicke neuwertige Wintersachen: Pullover, Strickjacken, Hosen und anderes. Überhaupt sei diese Feier nur Dank verschiedener Sponsoren möglich, meinte Bröcker. So spendierte beispielsweise die Diakonie das Essen, die Firma Trinks die Getränke, und die Sparkasse Südholstein unterstützte das kleine Fest ebenfalls.

365 Tage im Jahr hat die Wohnungslosenunterkunft Tag und Nacht geöffnet und ist stets stark belegt, wie Hans-Jürgen Bröcker berichtete. In diesem Jahr musste das Team sogar noch zusätzliche Betten aufstellen. Ebenso habe sich die Verweildauer auf bis zu drei Monate ausgedehnt. Der Grund liegt laut Bröcker darin, dass „es so gut wie keine bedarfsgerechten Wohnungen in Neumünster gibt“. Doch gerade die seien notwendig, da sich die Klientel in der Unterkunft stark geändert habe. Es stünden immer mehr junge Menschen vor der Tür, die zu Hause ausgezogen seien und nun eine Unterkunft suchten. Das gelte besonders für Mädchen.

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