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Kommentar zum FEK : In der CDU hat sich doch noch die Vernunft durchgesetzt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Redakteur Thorsten Geil kommentiert die Entscheidung der CDU, Matthias Lau nicht abzuwählen

Neumünster | Sie haben es nicht getan. Die CDU-Mitglieder im Hauptausschuss haben den Aufsichtsratsvorsitzenden des Friedrich-Ebert-Krankenhauses gestern Abend nicht abgewählt, rausgeworfen. Offenbar hat sich in der CDU am Ende doch noch die Vernunft durchgesetzt.

Natürlich sucht die Stadt als Gesellschafter und Eigentümer des Krankenhauses die Mitglieder des Aufsichtsrats aus, und es spricht auch generell nichts dagegen, dass die Jobs von den Fraktionen besetzt werden. Wer sonst sollte es tun? Nur: Das wichtigste Kriterium für diese verantwortungsvolle Aufgabe, wenn nicht sogar das einzige, muss doch wohl die Kompetenz der ausgesuchten Personen sein – und nicht das Parteibuch.

Genau so wurde Matthias Lau gefunden, und er hat sich als kompetenter Mann für den Job erwiesen; niemand bestreitet das. Er hat sich in kürzester Zeit zum Krankenhausfachmann entwickelt und nach Aussage aller Beteiligten in Kiel und anderswo exzellent für das FEK verhandelt. Generell war es eine kluge Idee, einen Fachmann von außen zu holen. Das hat Tradition im FEK, denn seit 1998 stehen dort Nicht-Politiker an der Spitze: Nach den Sparkassendirektoren Bernd Bundtzen und Ralph Schmieder ist es nun der (ehemalige) Volksbank-Chef Lau (mit einem achtwöchigen Intermezzo des CDU-Politikers Johann Wadephul in 2008).

Klar, jede Fraktion besetzt ihre eigenen Plätze in den Gremien, und traditionell stimmen die anderen Parteien zu. Das ist Gentlemans Agreement und geübte Praxis. Aber hier geht es um die Zukunft von Neumünsters größtem Arbeitgeber und größtem Ausbilder, der gerade in extrem schwierigen Verhandlungen um Millionen steckt.

Eine Abwahl, womöglich nur mit den vier CDU-Stimmen und lauter Enthaltungen der anderen Parteien, hätte das FEK in diesen Verhandlungen beschädigen können. Außerdem wäre es künftig noch schwerer geworden, kluge Köpfe von außen für Aufsichtsräte zu finden. Wer hätte sich das denn noch angetan? Wegen der offensichtlichen Postenschieberei wäre möglicherweise die Politikverdrossenheit gestiegen und die Wahlbeteiligung weiter gesunken – wobei allein die Diskussion der letzten Tage unsagbar schädlich war. Zumindest tritt jetzt nicht das Horror-Szenario ein, das zwar einen moralischen Sieger (Matthias Lau) gekannt hätte, aber ansonsten nur sehr, sehr viele Verlierer.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 11:30 Uhr

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