Grossenaspe : In 15 Metern Höhe schwebte der Korb

Die Jungstörche duckten sich, als André Rose sich ins Nest beugte, um die Tiere zu beringen.
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Die Jungstörche duckten sich, als André Rose sich ins Nest beugte, um die Tiere zu beringen.

Die Großenasper Jungstörche wurden von André Rose beringt. Zum zweiten Mal brüteten Störche und haben gleich vier Junge.

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20. Juni 2014, 08:00 Uhr

Grossenaspe | Im Korb eines Hubsteigers hoch hinaus ging es für André Rose. Der Leiter der Tierpflege im Wildpark Eekholt hatte es für den Naturschutzbund übernommen, die vier jungen Weißstörche im Nest auf dem brachliegenden Hof Wojak in der Großenasper Ortsmitte zu beringen.

In luftigen 15 Metern Höhe baumelte Rose schließlich gut gesichert neben dem gut 1,5 Meter großen Nest. In diesem hatten sich die Tiere ganz nach Storchenmanier zusammengeduckt, um dem ungebetenen Besuch zu entgehen. Doch mit den geschulten Handgriffen des Fachmanns dauerte der Eingriff dann auch nicht lange. Innerhalb weniger Minuten waren die sogenannten Elsa-Ringe (European Laser Signed Advenced) angebracht, und es konnte wieder Ruhe einkehren.

Vom Elternpaar war während des Einsatzes übrigens nichts zu sehen. „Das ist nicht verwunderlich. Die sind wahrscheinlich bei uns im Wildpark und stopfen sich mit Futter voll“, erklärte André Rose schmunzelnd.

An Nahrung brauchen die rund sechs Wochen alten Jungvögel zurzeit nicht wenig. „Etwa anderthalb Kilo müssen die Alten jeden Tag besorgen. Das sind umgerechnet gut 45 Eintagsküken“, rechnete der Kenner den Futterbedarf der Tiere vor. Aus der Erfahrung heraus wusste er außerdem zu berichten, dass es für das Beringen der Störche jetzt auch Zeit war. „In den ersten Wochen machen sich die Tiere nur klein und lassen sich ohne Gegenwehr anfassen. Doch mit zunehmendem Alter fangen sie an, sich zu wehren. Das ist wegen der Absturzgefahr dann natürlich nicht ungefährlich“, erklärte er.

Mit dem Gesundheitszustand der Großenasper Störche zeigte sich Rose zufrieden. „Drei der Tiere sind angemessen groß. Der Kleinste muss noch ein bisschen zulegen. Aber da das vierte Ei erst einige Tage später gelegt wird, dauert hier die Entwicklung auch etwas länger“, erklärte er.

Seit der Ankunft des ersten Altvogels am 18. März beobachten auch Hofbesitzer Bernd Konrad und sein Sohn Arne das Nest mit großer Aufmerksamkeit. Nach 60 Jahren hat 2013 wieder das erste Paar hier sein Nest gebaut. Den vorbereiteten Korb auf einem Betonpfahl, der in der Nähe des jetzigen Nestes steht, verschmähten die Rückkehrer jedoch. Sie bauten sich ihr Heim lieber selbst auf dem Schornstein des baufälligen Wohnhauses. „Damals wurden drei Junge aufgezogen. Natürlich haben wir gehofft, dass die Störche wiederkehren. Deshalb freuen wir uns jetzt auch besonders über den zahlreichen Nachwuchs“, berichtete Bernd Konrad.

„Mittels einer Leiter zum Nest zu gelangen, ist wegen der Baufälligkeit des Hauses nicht möglich. So mussten wir eine andere Lösung finden“, erzählte er weiter. „Da kam uns das Geschenk mit dem Steiger der Firma Stange aus Neumünster natürlich gerade recht“, freute sich der Storchenliebhaber.

Noch bis September werden die Störche nun die Aussicht über Großenaspe genießen. Dann allerdings zieht es die Weißstörche wieder in ihre Winterquartiere, und sie fliegen nach Spanien oder auch ins tropische Afrika.








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