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Frühjahrsputzaktion : Immer mehr Müll in den Stadtteilen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ stieß am Sonnabend in Wittorf und Gadeland auf große Resonanz. In Faldera beteiligten sich nur wenige Bürger.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Neumünster | „Wahnsinn!“ Sabine Krebs fehlen die Worte. Sprachlos zeigt die Wittorfer Stadtteilvorsteherin auf den völlig verdreckten Parkplatz an der Saalestraße. Gemeinsam mit 50 Wittorfer Bürgern war sie am Sonnabend während der Frühjahrsputzaktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ um 9 Uhr zum Müllsammeln gestartet.

„In unserem Stadtteil gibt es keine vorgegebenen Routen. Viele sammeln dort, wo es sie betrifft oder wo sie es für besonders nötig halten. Aber diesen Parkplatz weigern wir uns zu säubern“, sagte Sabine Krebs. Denn obwohl das Technische Betriebszentrum hier regelmäßig reinigt und auf Druck des Stadtteilbeirates eine Restmülltonne aufgestellt wurde, war der gesamte Platz mit Müll übersät. „Wenn die Menschen einen verdreckten Platz vorfinden, scheinen sie sich regelrecht aufgefordert zu fühlen, ihren Müll daneben zu schmeißen“, sagte sie verständnislos.

„Das Problem inoffizieller Müllplätze existiert auch in Gadeland“, berichtete der Stadtteilvorsitzende Volker Matthée. Dort beteiligten sich über 30 Gadelander, darunter viele Kinder und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr an der Aktion. Sie waren in Kleingruppen auf zugeteilten Routen unterwegs. „Dank der vielen fleißigen Helfer können wir in diesem Jahr auf drei große Fuhren Müllausbeute blicken“, lobte Matthée im Anschluss.

Deutlich weniger Resonanz gab es in Faldera. Hier begrüßte der Stadtteilbeiratsvorsitzende Fred Brocksema 14 Bürger und die Minis des Technischen Hilfswerks, die mit großem Eifer dabei waren. Brocksema selbst machte auch den größten Fund: „Oh, ich hab was gefunden“, schallte es plötzlich hinter einem großen Rhododendron. Kurz darauf schob Brocksema einen zerbeulten Einkaufswagen aus dem Gebüsch. „Jetzt haben wir endlich ein Gefährt für unsere Mülltüten“, freute er sich.

Auf Initiative der NDR 1 Welle Nord organisieren der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag, der Städteverband Schleswig-Holstein und die Provinzial Versicherungen seit über 20 Jahren die Frühjahrsputzaktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“. Ziel der landesweiten Sammelaktion ist es, die gemeinsame Verantwortung für die Umwelt zu fördern. Jedes Jahr folgen mehr als 20.000 ehrenamtliche Müllsammler dem Aufruf ihrer Städte- bzw. Gemeindevertreter, um ihre nahe Umgebung von achtlos weggeworfenem Kaugummipapier, leeren Fastfoodtüten und am Wegesrand deponierten Kühlschränken zu säubern.

Kommentar von Christian Lipovsek

Härtere Strafen

Irgendjemand wird meinen Dreck schon wegmachen. Diese Einstellung scheinen immer mehr Leute zu vertreten, die ihren Abfall einfach aus dem Auto schmeißen. Das ist eine bodenlose Frechheit! Die  leider nur einmal im Jahr stattfindende Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ deckt jedes Mal mehr Müll in den Stadtteilen auf. Umweltfrevel sollten härter bestraft werden. Singapur macht es vor. Die Stadt ist sauber. Wer sein Kaugummi auf den Boden spuckt, erhält Stockschläge. Das ist natürlich nicht angemessen. Aber illegale Müllentsorgung ist hierzulande zu einfach und wird zu leicht als Nichtigkeit abgetan.   

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