zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 03:46 Uhr

Wohnungsnot : Immer mehr junge Leute ohne Bleibe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

70 Besucher waren beim Sommerfest der Beratungsstelle an der Gasstraße. Ehrenamtliche Helfer halten die Arbeit aufrecht

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Neumünster | Gestern wurde in der Zentralen Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot (ZBS) ein Sommerfest gefeiert. „Das Fest hat Tradition. Seit 15 Jahren findet es jedes Jahr statt“, erzählte Hans-Jürgen Bröcker, Leiter der Tages- und Übernachtungsstätte in der ZBS. Dort suchen immer häufiger junge Menschen Hilfe.

In erster Linie geht es bei dem Fest um das gesellige Beisammensein. „Es feiern nicht nur unsere zwölf Bewohner mit, sondern auch Ehemalige und Freunde unserer Einrichtung“, erzählte Bröcker. So waren auch gestern 70 Besucher an die Gasstraße gekommen, um unbeschwerte Stunden zu verbringen.

Umrahmt wurde die Feier mit Spielen wie Dosenwerfen oder Torwandschießen. „Wir haben viele Spenden erhalten, um das Fest ausrichten zu können. Von sämtlichen Getränken und Speisen bis hin zu vielen Kleinigkeiten, die wir bei den Spielen verlosen können“, hieß es.

In der ZBS sind derzeit zwölf Bewohner untergebracht – darunter vier Frauen. „Die Berber, wie sie früher häufig waren, sind nur noch selten bei uns. Die sind heute hauptsächlich in Großstädten anzutreffen. Wir haben hier immer mehr mit jungen Leuten zwischen 18 und 25 Jahren zu tun“, erzählte der Leiter der Tages- und Übernachtungsstelle. Die jungen Leute sind aus den unterschiedlichsten Gründen in der ZBS. „Manche haben eine Suchtvergangenheit, andere haben ihre Wohnung verloren, weil sie nur Party gemacht und sich um nichts gekümmert haben; auch nicht darum, ihre Miete zu bezahlen. Wir helfen ihnen, wieder auf den rechten Weg zu kommen“, hieß es weiter. Bei Behördengängen werden sie auf Wunsch von Helfern begleitet. „Aber wir setzen ohne Wenn und Aber voraus, dass sie den Hintern hochkriegen und mitarbeiten. Das ist ihre letzte Chance, das wissen aber auch alle“, sagte Hans-Jürgen Bröcker.

Aufrechterhalten wird die Arbeit der ZBS durch viele Ehrenamtler. Eine davon ist Veronika David (19). „An die ZBS bin ich gekommen, weil ich mal Arbeitsstunden leisten musste. Es hat mir so gut gefallen, dass ich bleiben wollte“, erzählt die Neumünsteranerin. Seitdem hilft die junge Frau jeden Tag in der ZBS, damit es den Bewohnern und Besuchern an nichts fehlt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert