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Holsteinischer Courier

22. November 2017 | 08:41 Uhr

Padenstedt : Imker Rahlf macht weiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nachdem die Bienenstöcke in Padenstedt angezündet wurden, gab es Unterstützung vom Ehepaar Dreyer aus Neumünster.

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | „Es war ein Schock. Eigentlich wollte ich als Imker aufhören, aber meine Kinder haben mich motiviert weiter zu machen“, sagt Werner Rahlf (69) aus Padenstedt. Unbekannte hatten vor etwa einer Woche seine fünf Bienenstöcke mitsamt 170 000 Tieren angezündet (der Courier berichtete). Der Hobby-Imker bekommt seitdem viel Unterstützung beim Wiederaufbau einer neuen Zucht, so auch vom Ehepaar Dreyer aus Einfeld: „Wir haben im Courier von der schrecklichen Tat gelesen und brauchten nicht lange nachzudenken. Uns fiel sofort ein, dass wir noch einen Bienenkasten in der Garage haben, den wir Herrn Rahlf schenken möchten“, erzählt der ehemalige Vorsitzende des Imkervereins Neumünster, Hartwig Dreyer (88). Am Wochenende übergaben er und seine Frau Helga Dreyer (79) dem Ehepaar Rahlf in ihrem Garten einen kompletten Bienenkasten. Der besteht heutzutage aus einem grün bemalten Styroporboden und -deckel zur Wärmeisolierung. „Das brennt natürlich sehr schnell“, bemerkt Rahlf traurig. Zum Kasten gehören elf Waben, in denen der Honig produziert wird.

„Wir haben vor 20 Jahren aufgehört zu imkern, danach hatten wir aus Spaß nur noch zwei Völker im Garten“, erzählten Dreyers. Ab Juni, schätzt der Padenstedter Imker, kann er den Stock befüllen. Drei Völker hat er schon, acht bis zehn möchte er wieder aufbauen. Die Standorte werden wohl nahe bei den alten sein: „Viele Möglichkeiten zur Standortwahl hat man nicht. Die Monokulturen des Ackerbaus sind verantwortlich, dass die Bienen verhungern. Es gibt kaum noch Weißklee oder wilde Himbeeren, so dass wir zufüttern müssen“, erklärt Rahlf. Die Zuneigung zu den emsigen Bienen, die in einem ausgeklügelten Sozialwesen leben, ist tief: „Bienen kann man nur mit Liebe pflegen“, sagt Rahlf, und die Dreyers stimmen zu. „Die Tiere, die im Sommer auf den Kuchenstücken sitzen, sind Wespen, keine Bienen“, klärt Dreyer auf.

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