Grossenaspe : Im Wassercamp finden die Schüler alles selbst heraus

Das wird ein Treibselsammler: Lea-Sophie Lorenz und Simon Schwart tragen im Wildpark Eekholt Hölzer, um im Fluss eine Palisade als Treibgutsammler zu errichten.
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Das wird ein Treibselsammler: Lea-Sophie Lorenz und Simon Schwart tragen im Wildpark Eekholt Hölzer, um im Fluss eine Palisade als Treibgutsammler zu errichten.

Drei Tage arbeiten und forschen 75 Schüler unter freiem Himmel im Wildpark Eekholt. Zum ersten Mal durften sie die Osterau renaturieren

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30. September 2017, 12:00 Uhr

Grossenaspe | „Hier finden wir selbst alles heraus und verstehen das viel besser, als wenn der Lehrer uns das nur erzählt. So macht das Lernen sogar richtig viel Spaß.“ So lobend äußerte sich gestern die Schülerin Finnja (10) aus Elmshorn über den Unterricht im Wildpark Eekholt. Sie war eine von 75 Schülern, die beim zehnten Wassercamp drei Tage unter freiem Himmel geforscht, gearbeitet und dabei eine Menge gelernt haben.

„Zum ersten Mal dürfen wir an der Osterau renaturieren. In den Jahren zuvor ging es darum, die Biologie und Chemie des Wasser kennen zu lernen“, erklärte Dr. Ludwig Tent aus Tostedt (Kreis Harburg), der das Projekt als Experte für Gewässerbiologie begleitete.

Die Schüler zwischen 9 und 20 Jahren waren Feuer und Flamme für die Arbeit an dem Fluss, der sich auf seinem 26 Kilometer langen Weg auch durch den Wildpark schlängelt. Finnja und ihre Freundin Sophia (11) stiegen in die großen Wathosen und schnappten sich ihre Arbeitsgeräte: „Wir müssen gleich ins Wasser, um den Kies zu verteilen“, erklärten die Mädchen.

Mit Schaufeln und Harken schoben und zogen die Schüler an vier Stellen des Gewässers drei Lkw-Ladungen Kieselsteine vom Ufer an den Rand ins Wasser. „Dadurch wird das Wasser verwirbelt und die Fließgeschwindigkeit ändert sich. So nimmt das Wasser mehr Sauerstoff auf. Und das ist wichtig, um den Lebensraum für einheimische Lebewesen zu verbessern“, erklärte die Lehrerin Angelika Wieprecht, die das Wassercamp schon oft begleitet hat. „Die Forelle etwa laicht nicht auf sandigem Grund, sondern braucht Steine“, sagte sie. Um der unbegradigten Osterau, die in Bad Bramstedt mündet, mehr Profil zu geben, haben die Schüler zudem noch lange Hölzer vorbereitet, die sie als Palisaden im Flussboden verankern wollten. Das Ziel, Kindern den Wert der Natur nahe zu bringen, hat mindesten im Fall von Tina Schönfeld (15) geklappt. Zusammen mit Luna Rauscher (16) hat sie Wasserproben entnommen und sie kundig mit Pipette und Reagenzien aus dem mitgebrachten Laborkoffer auf den PH-Wert, Phosphate, Nitrit und Ammoniak getestet.

„Ich bin zum achten Mal dabei, und das hat mein Verhältnis zur Natur deutlich beeinflusst. Ich wohne bei einem Moor, schaue es mir häufig an und frage mich, was man machen kann, um es gesund zu erhalten“, sagte Tina Schönfeld. Und mit dem PH-Wert der Osterau waren die Mädchen zufrieden: „Der liegt bei sieben. Das ist in Ordnung.“

Das Schüler-Wassercamp wird organisiert vom Verein „Schulen für eine lebendige Unterelbe“.

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