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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 14:30 Uhr

Theatervorschau : Im Monat Mai steckt viel Musik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Theater in der Stadthalle lockt zum Abschluss der Saison mit Kammerkonzert, Enzensberger und dem Kabarettisten Matthias Deutschmann

von
erstellt am 03.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Der Countdown läuft – nur noch wenige Vorstellungen, dann ist die Theatersaison 2013/14 beendet. Doch der Mai bietet noch außergewöhnliche Veranstaltungen: ein Gegenwarts- und Beziehungsstück, einen Kammermusikabend in seltener Besetzung, die Adaption vom „Untergang der Titanic“ zum großartigen Text von Hans Magnus Enzensberger und politisches Kabarett vom Feinsten.

„Schlafen Fische?“ fragt der Kieler Autor Jens Raschke in seinem Theaterstück am Dienstag, 6. Mai in der Reihe Freiraum, Plattform für junges Theater. Er hat eine Geschichte über die letzten Fragen des Lebens mit Bettina Storm in der Rolle der Jette für die Bühne bearbeitet. Mit Poesie, Humor und Fingerspitzengefühl erzählt Raschke die Geschichte der Zehnjährigen, die früh ihren Bruder verloren hat. Sie hat so viele Fragen zum Thema Tod, von denen einige vielleicht in der Aufführung beantwortet werden können. – Eingang über den Bühneneingang.

„Wir lieben und wissen nichts“ nennt der Erfolgsautor Moritz Rinke sein neustes Theaterstück. Die Zuschauer sehen Szenen zweier Ehen und tun einen tiefen Blick in die Abgründe des Paar-Daseins im Allgemeinen. Ein Wohnungstausch ist der Auslöser aller Turbulenzen, denn Hannah (Zen-Coach für Banker) und Sebastian (Kunsthistoriker) gehen nach Zürich und tauschen ihr Heim mit Roman (Computerspezialist) und Magdalena (Tierpsychologin). Alles ist geregelt, doch dann bricht Sebastian ein Last-Minute-Drama vom Zaun. Er will nicht umziehen! Wie die Vier aus der Bredouille herauskommen, zeigt das Landesbühne Niedersachsen am Donnerstag, 8. Mai im Theater in der Stadthalle.

Eine seltene kammermusikalische Formation gastiert am Montag, 12. Mai im 6. Abonnementskonzert. Das Septett „Kammersolisten XXI“ stellt sich den Zuhörern vor. Es besteht aus einem klassischen Streichquartett (Isabelle van Keulen, Elisabeth Kufferath, Amanda Anderson, Rüdiger Ludwig), dem Klarinettisten Til Renner und den beiden Fagottisten Jens Plücker und Bence Bogányi. Das Septett interpretiert Werke von Franz-Adolf Berwald, Giacomo Rossini und Ludwig van Beethoven.

Zum zweiten Mal steht „Der Untergang der Titanic“ im Programm. Am 19. Februar musste die Aufführung krankheitsbedingt ausfallen, jetzt wird sie am Mittwoch, 14. Mai, nachgeholt. Hans Magnus Enzensberger (keine Angst vor diesem Dichter!) erzählt lyrisch-einfühlsam und unerbittlich von der Katastrophe, die am 12. April 1912 um 23.41 Uhr die „unsinkbare“ Titanic verschlang. In 33 epischen Gesängen beschreiben neun Menschen Grenzsituationen voller Entsetzen, Hoffnung, Einsamkeit und Todesangst. Dennoch nennt Enzensberger sein Werk Komödie und nimmt ernsthaft-ironisch die unerschütterliche Fortschrittsgläubigkeit aufs Korn. Das Landestheater spielt das Werk in der Form eines „revueartigen Endspiels“.

Am Freitag, 23. Mai gibt es politisches Kabarett der besonderen Art. Matthias Deutschmann kommt mit seinem neuen Programm „Solo 2014“ und mit seinem Cello, das er als lyrischen Kontrapunkt zu seinen oft giftigen Pointen einsetzt. Wie immer wird Deutschmann wieder Aktualität mit Tiefgang, Musikalität, Witz und Improvisation zu seiner Spezial-Mischung kombinieren.

Und dann gehört ab dem 20. Mai den Neumünsteraner Schülern die Bühne des großen Theaters. Das jährliche Schultheaterfestival der Stadt wird eröffnet. Mit 10 spannenden, unterhaltsamen und anspruchsvollen Stücken, öffentlichen Prüfungen und dem Fachtag für Darstellendes Spiel wartet ein abwechslungsreiches Programm auf die Theatergänger. Mit Texten von Albert Camus, Shakespeare, Urs Widmer, Gombrowicz, Falk Richter und William Golding haben sich die jungen Theatermacher großen Aufgaben gestellt.

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