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Regen, Regen, Regen : Im Klärwerk kam so viel Wasser an wie seit Jahren nicht

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gestern um 11 Uhr konnte das Klärwerk die Wassermassen nicht mehr aufnehmen und musste tausende Kubikmeter in den Bullenbek einleiten / Feuerwehr hatte bis abends keine Einsätze

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Ingo Kühl musste gestern weit im Ordner zurückblättern. „Einige wenige Male haben wir in den vergangenen Jahren kleinere Mengen Regenwasser in den Bullenbek ableiten müssen, weil das Klärwerk überlastet war. Aber an eine solche Menge wie heute kann ich mich nicht erinnern“, sagte der Chef des Technischen Betriebszentrums (TBZ) und wurde am 23. August 2008 fündig: 6000 Kubikmeter Wasser wurden damals abgeleitet. Doch das könnte gestern um mehr als das Doppelte übertroffen worden sein.

Seit Donnerstagabend um 20.30 Uhr regnete es ununterbrochen (siehe Info-Kasten). „Wenn es, wie prognostiziert, bis 2 Uhr am Sonnabend beständig weiter regnet, müssen wir hochgerechnet 16  000 Kubikmeter Wasser in den Bullenbek ableiten“, erklärte Ingo Kühl gestern Mittag.

4000 Kubikmeter können im Klärwerk pro Stunde gereinigt werden. Normalerweise kommen dort im Schnitt 19  000 Kubikmeter pro Tag an. Doch bereits gestern bis 12 Uhr waren es 50  000 Kubikmeter. Um 11 Uhr liefen daher selbst die zwei Rückhaltebecken mit jeweils 4000 Kubikmetern voll und konnten nichts mehr aufnehmen. Um 12 Uhr waren dann bereits über 1000 Kubikmeter in den Bullenbek „abgeschlagen“, wie es im Fachjargon heißt. „Das Wasser wird nur ganz grob gereinigt und von Feststoffen befreit. Wir überprüfen das abgeschlagene Wasser allerdings kontinuierlich auf Schadstoffe“, erklärte Ingo Kühl. Den Vorgang musste das TBZ an die Untere Wasserbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde melden, weil der Bullenbek auf dem Kreisgebiet (bei Padenstedt) in die Stör und dann weiter in Richtung Elbe fließt.

Außerdem waren gestern drei Saug- und Spülfahrzeuge des TBZ mit sechs Mitarbeitern im Notdienst-Dauereinsatz, um die Regenwasserkanäle frei zu halten. An mehreren Stellen meldeten Bewohner verstopfte Rohre. Das Wasser stand dort zum Teil bedrohlich nahe an Gebäuden. Doch überflutete Keller oder Straßen gab es laut Feuerwehr in Neumünster bis gestern Abend nicht.

Die Pegel von Stör und Schwale stiegen stündlich zum Teil um mehrere Zentimeter. Die Stadtwerke leiteten dennoch während ihres derzeit laufenden Pumpversuchs (der Courier berichtete) zusätzliches Wasser in die Flüsse. „Wir haben die Lage im Blick“, versicherte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

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