Rantzau-Kaserne : „Im Herzen bleiben wir Boostedter“

Der Bataillonskommandeur des Logistikbataillons 162, Oberstleutnant Dirk Bulla (Foto von hinten), und Generalmajor Hans-Erich Antoni (rechts) rollten  die Fahne des Bataillons ein, das nun offiziell als aufgelöst gilt.
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Der Bataillonskommandeur des Logistikbataillons 162, Oberstleutnant Dirk Bulla (Foto von hinten), und Generalmajor Hans-Erich Antoni (rechts) rollten die Fahne des Bataillons ein, das nun offiziell als aufgelöst gilt.

Feierlicher Außerdienststellungsappell vor zahlreichen Ehrengästen und vielen Anwohnern. Abschiedsschmerz und Dankbarkeit

shz.de von
17. April 2015, 05:00 Uhr

Boostedt | Die Bundeswehr in Boostedt ist seit gestern – und zwar auf den Tag genau nach 57 Jahren – Geschichte. Der Abschied der Streitkräfte in der Rantzau-Kaserne wurde mit dem feierlichen Außerdienststellungsappell für das letzte in Boostedt verbliebene Logistikbataillon 162 begangen.

Zahlreiche militärische Dienstgrade, Ehrenabordnungen, Angehörige der Soldaten sowie mehr als 100 Boostedter nahmen an der Zeremonie teil. Ebenfalls zu den Gästen zählten Innenminister Stefan Studt, Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, der stellvertretende Stadtpräsident Bernd Delfs und Boostedts Bürgermeister Hartmut König.

In ihren Ansprachen brachten sowohl die militärischen Führungskräfte, der Kommandeur des Logistikbataillons 162 und Standortälteste Oberstleutnant Dirk Bulla sowie auch der Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr, Generalmajor Hans-Erich Antoni, zum Ausdruck, wie eng die Bundeswehr mit der Gemeinde verbunden war. „Unsere Profession stellen wir jetzt an anderer Stelle zur Verfügung, doch im Geist bleiben wir 162er und im Herzen zum großen Teil Boostedter“, sagte Bulla.

Neben dem aufrichtigen Dank an die Soldaten für ihre geleistete Arbeit sprach Innenminister Stefan Studt auch die Einrichtung der Flüchtlingserstaufnahmestelle auf einem Teil des Kasernengeländes an. „Es wird in der Rantzau-Kaserne auch weiterhin Menschen geben, die hier zumindest übergangsweise eine Bleibe finden. In der Gemeinde hat sich nach erster Skepsis inzwischen mit vielen Initiativen eine echte Willkommenskultur etabliert, die beeindruckend ist“, führte er lobend aus.

Mit Dank sowie mit guten Wünschen verabschiedete auch Hartmut König die Soldaten. „Es ist ein trauriger Anlass, weil das, was wir uns eigentlich noch nicht so richtig vorstellen konnten, jetzt Fakt ist. Dennoch, die Bundeswehr gibt uns Schutz und Sicherheit. Und nun dient die Kaserne weiterhin dem Schutz und der Sicherheit von Menschen“, sagte er mit Blick auf die Zukunft der Kaserne.

Unter den Gästen brachte es am Ende Stabsfeldwebel Peter Hensen (54), der von 1980 bis 2014 in Boostedt stationiert, war noch einmal auf den Punkt. „Ich gehe jetzt ja ganz normal in Pension. Aber ich kann mir einfach noch nicht vorstellen, dass das hier jetzt alles leer ist“, sagte er und sprach damit wohl vielen Besuchern aus dem Herzen.

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