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Arbeitsmarkt : Im Blickpunkt: Junge Leute ohne Abschluss

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jahresbilanz der Arbeitsagentur: Mehr Beschäftigung, aber auch mehr Arbeitslose / Firmen werben gezielt ausländische Fachkräfte an

Der Arbeitsmarkt in Neumünster zeigte sich 2013 zwar weniger dynamisch, aber einigermaßen robust. So ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen: Im Jahresdurchschnitt waren 4460 Menschen arbeitslos gemeldet, das ist eine Zunahme um knapp 2 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg leicht von 11 auf 11,1 Prozent. Das ergibt sich aus der Jahresbilanz der Agentur für Arbeit.

Angesichts der verhaltenen Konjunktur und des  harten Winters   zeigte sich der Agentur-Leiter  Carsten Ludwig dennoch zufrieden. „Das Risiko, arbeitslos zu werden, wurde 2013 geringer, da die Betriebe versuchten, ihre Mitarbeiter zu halten“, sagte er gestern in seinem Jahresrückblick. Die Kehrseite der Medaille:  Wer arbeitslos wurde, hatte es schwerer, kurzfristig wieder eine Beschäftigung zu finden. Vor allem die steigende Zahl der Langzeitarbeitslosen macht Ludwig Sorgen, und ebenso der extrem hohe Anteil an Arbeitslosen ohne Berufsabschluss. Im Jobcenter macht ihr Anteil in Neumünster fast zwei Drittel der Klienten aus.

Diesen hohen Sockel an Langzeitarbeitslosen durch Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote abzubauen, soll ein Schwerpunkt der Arbeit in diesem Jahr sein. Ein besonderes Augenmerk will die Agentur dabei auf jüngere Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss  legen. Das dritte große Thema ist die Fachkräftesicherung in der Region.

Dabei setzen immer mehr Arbeitgeber und auch die Arbeitsagentur  auf die  Zuwanderung ausländischer Fachkräfte. „Vor allem in den Pflegeberufen steigt der Handlungsdruck“, sagte Ludwig. Unternehmen setzen dabei nicht nur auf die Freizügigkeit innerhalb der EU, denn inzwischen würden Fachkräfte weltweit gezielt angesprochen. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung  der Bundesagentur könne hier weiterhelfen. Ludwig nannte auch Programme, die ausländischen Jugendlichen eine Ausbildung in Deutschland ermöglichen. 

Trotz höherer Arbeitslosenzahlen ist auch die Beschäftigung um knapp 2 Prozent auf fast 33 600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gestiegen. Es drängten Menschen auf den Arbeitsmarkt, die zuvor nicht berufstätig waren. „Es gibt eine stille Reserve“, sagte Ludwig. Das Gros der neuen Stellen entstand im gewerblichen Bereich und im Handel. „Ein Treiber der Zunahme war auch der Teilzeitsektor“, sagte Ludwig.

Die Auswirkungen des (neuen) gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro und der Rente mit 63 für langjährig versicherte Berufstätige vermag Ludwig noch nicht abzuschätzen. Erste Indikatoren deuteten darauf hin, dass man eher optimistisch auf das Jahr 2014 blicken könne, sagte Ludwig. „Bereits im Dezember hatte sich die Nachfrage nach neuem Personal leicht erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr können wir jetzt eine um fast ein Drittel höhere Nachfrage verzeichnen. Die optimistische Haltung vieler Unternehmen scheint auch in Mittelholstein angekommen zu sein“, so Ludwig weiter.

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