Im Aalbek tummelt sich wieder das pralle Leben

Dr. Dieter Ehrenreich hat das Heimatbuch '1000 Jahre Ehndorf' geschrieben.
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Dr. Dieter Ehrenreich hat das Heimatbuch "1000 Jahre Ehndorf" geschrieben.

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23. Oktober 2010, 07:41 Uhr

EHNDORF | Der 13 Kilometer lange Aalbek entsteht als südlicher Ablauf des Einfelder Sees, fließt von Neumünster-Einfeld durch die Gemeinden Loop und Krog aspe, in seinem weiteren Verlauf durch Wasbek und mündet auf dem Gemeindegebiet von Ehndorf in die Stör.

Für die Unterhaltung des Aalbeks über eine Länge von neun Kilometern, davon rund zwei Kilometer in der Gemeinde Ehndorf, ist der Wasser- und Bodenverband Wasbek zuständig. Hermann Reimers aus Krogaspe ist hier seit 20 Jahren Verbandsvorsteher. 62 Kilometer offene Gewässer gehören zum Verbandsgebiet des Wasser- und Bodenverbandes Wasbek. Bei Bedarf müssen die Gewässer gereinigt und die Uferbereiche gemäht werden. "Der Ablauf in den Gräben muss gewährleistet sein", erklärte Hermann Reimers.

Auch die naturnahe Umgestaltung der Gewässer gehört in den Verantwortungsbereich des Wasser- und Bodenverbandes. In der Gemeinde Ehndorf wurden im Jahr 2007 Staustufen im Aalbek nahe der Mündung in die Stör durch zwei Sohlgleiten ersetzt. Fein- und grobkörnige Steine wurden dabei in das Flussbett eingebracht. Große Steine wurden eingesetzt, an denen das Wasser sprudelt und plätschert und so Sauerstoff in den Bach eingetragen wird.

Aale, Bachforellen, Barsche und Kleinfische wie Stichlinge schwimmen im Aalbek, Gelbrandkäfer und andere Insekten haben hier ihren Lebensraum. "Es macht mir viel Freude zu sehen, wie viel Leben sich in den Gewässern und Uferzonen befindet", sagte Hermann Reimers. Der Altbauer und Jäger setzt sich für die naturnahe, schonende Unterhaltung der Bäche ein: "Der Verband hat es in der Hand, etwas Gutes für die Natur zu tun."

Direkt am Aalbek, an der Ringstraße 26, liegt der Bauernhof Vinkona mit dem Hofladen Brandt. Hier wird Islandpferdezucht betrieben, Reitunterricht angeboten, und Kindern wird ein besonderes Erlebnis auf dem Bauernhof beschert: Kaninchen, Schafe, Meerschweinchen, Vögel, Kühe und die Islandpferde können Kinder hier kennen lernen. Bei Erlebnisnachmittagen wird spielerisch Wissen zu Tieren und Pflanzen vermittelt. "Mit den Kindern pflücken wir beispielsweise Äpfel und Birnen und stellen daraus Saft her. Oder sie können lernen, wie aus Milch Butter gemacht wird", erklärte Gundula Brandt die Themen.

Der Hofladen Brandt bietet hiesiges Obst und Gemüse, Honigprodukte, Marmeladen und Wein an. Kürbisse hat die 1. Klasse der Fröbelschule in Neumünster hier eingekauft. "Wir behandeln in der Schule das Thema Herbst. Die Kinder lernen Früchte und Gemüsesorten kennen und sollen auch wissen, wo Obst und Gemüse herkommen", erklärte Pädagogin Bärbel Malchau. 2009 wurde der Hofladen um einen großen Geschenkartikel- und Bastelbereich erweitert. Es werden auch Bastelkurse angeboten.

Ein Spazierweg in Ehndorf führt über die Aalbekbrücke, die die Straße Hinter dem Aalbek mit dem Grünen Weg verbindet. Die Gemeinde hat die Fußgängerbrücke im Jahr 2004 errichtet.

Der Aalbek fließt parallel zur Kreisstraße zwischen Ehndorf und Wasbek. "Grabhügel" steht hier auf einem Hinweisschild, das auf denkmalgeschützte Hügelgräber aus der Bronzezeit ab etwa 1700 vor Christi aufmerksam macht. Am Kleinredder steht dazu eine Informationstafel.

Die Stör bildet die südliche Grenze der Gemeinde Ehndorf zu den Nachbargemeinden Padenstedt und Arpsdorf. "In meiner Kindheit, Anfang der 1950er-Jahre, war die Stör noch nicht begradigt", erinnerte sich Bürgermeisterin Magret Kaschner. "Als Kinder sind wir auf den überschwemmten, zugefrorenen Störwiesen Schlittschuh gelaufen."

In diesem Sommer wurden die Initialmaßnahmen zur Renaturierung der Stör zwischen der Einmündung der Schwale und der Bünzau abgeschlossen. Im Bereich der Gemeinde Ehndorf wurden zwei naturnahe Sandfänge angelegt, und die Stör fließt in drei neuen Schleifen, informierte Günter Maaß, Geschäftsführer vom Bearbeitungsgebietsverband Oberlauf Stör.

"Bis 1836 wurden auf der ab hier schiffbaren Stör Waren bis zur Elbe und weiter transportiert", erzählte Dr. Dieter Ehrenreich. Er hat das Heimatbuch "1000 Jahre Ehndorf" geschrieben. "Hui" heiße noch heute ein Landstück an der Stör auf Ehndorfer Gebiet. Der Name stamme vermutlich von dem niederländischen Wort für "hüten" und weise auf einen historischen Stapelplatz hin.

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