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Grüsse aus aller welt : Ihre schönste Erinnerung gilt dem Schneewinter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ehemalige Neumünsteraner grüßen ihre Heimatstadt - Birgit Bessey lebt seit 27 Jahren in Sydney und traut Neumünster noch viel zu

von
erstellt am 30.Dez.2015 | 18:18 Uhr

Neumünster | Birgit Bessey, geborene Kluge, war 25, als es sie in die Welt hinauszog. Ein Jahr wollte sich die gebürtige Neumünsteranerin damals Zeit nehmen, die Welt zu erkunden – und dann in ihre Heimat zurückkehren. Aber es kam anders: Australien und insbesondere Sydney gefielen ihr so gut, dass sie beschloss zu bleiben. Als qualifizierte Krankenschwester mit Berufserfahrung war die junge Frau den „Aussies“ damals hochwillkommen.

Birgit Kluge studierte, spezialisierte sich als Uni-Dozentin auf die klinische Ausbildung von Krankenschwestern, heiratete, und hat heute als 52-Jährige mehr als die Hälfte ihres Lebens in Sydney verbracht. Einmal im Jahr reist sie mit ihrer Familie ins mehr als 16 000 Kilometer entfernte Deutschland, um Freunde und ihre Familie zu besuchen. Ihre Eltern leben noch heute im Stadtteil ihrer Kindheit, Faldera.

Daran knüpfen sich auch ihre frühesten Erinnerungen: „Meine Grundschulzeit habe ich in der Ukerschule verbracht und mein Abitur an der Holstenschule gemacht. Mit dem Geburtsjahr 1963 gehöre ich zu den Babyboomern“, schreibt Birgit Bessey in ihrer Weihnachts-Mail an den Courier: „Wir waren bis zu 36 Kinder in einer Klasse – da war immer was los!“

Als geradezu spannend empfindet sie es, die Entwicklung ihre Heimatstadt in größeren Zeitsprüngen beobachten zu können: „Meine Eltern wohnen immer noch in dem Haus, das mein Großvater gebaut hat und in dem ich aufgewachsen bin. Erstaunlicherweise wohnen einige der ursprünglichen Familien noch in der Nachbarschaft, und es ist interessant, das Älterwerden und den Generationswechsel im Quartier beobachten zu können.“

Aufgefallen ist Birgit Bessey, dass es Neumünster bei allen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte offenbar gelungen ist, seine Naherholungsgebiete wie etwa den Einfelder See zu schützen. Bei jedem Besuch seien die Bäume ein Stück stattlicher geworden, lobt die Frau aus dem Land der kargen Outbacks.

In bester Erinnerung hat sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester im Friedrich-Ebert-Krankenhaus: „Meine Ausbildung hat mich als Person geprägt, inspiriert und mich auf meine Karriere im Gesundheitswesen vorbereitet“, schreibt die heutige Uni-Dozentin. „Ich höre weiterhin nur Positives über das neue, renovierte FEK. Meine Eltern sprechen aus eigener, positiver Erfahrung und sind jedes Mal sehr dankbar für die professionelle Behandlung und Pflege im FEK“, schreibt Birgit Bessey. „Vielleicht hat Neumünster noch mehr Wachstumspotenzial im Gesundheitswesen, insbesondere in der Rehabilitation und in der Altenpflege. Das würde mehr Arbeitsplätze schaffen und einen neuen Fokus für die Stadt geben“, glaubt die Gesundheitsexpertin aus Sydney.

Eher ungewöhnlich sind für sie offenbar die Verkehrsprobleme, mit denen sich ihre Heimatstadt heute herumschlägt: Mit dem Auto in der Stadt zu parken sei nicht ganz einfach, was aber offenbar so gewollt sei, meint Birgit Bessey. „Der Vorteil ist, dass ich bei meinen Besuchen lieber mit dem Fahrrad unterwegs bin.“ Zum Glück gebe es mehr Fahrradwege als früher, und: „Deutsche Autofahrer sind im Vergleich zum Rest der Welt, sehr, sehr fahrradfreundlich!“

„Eine meiner schönsten Weihnachts- und Silvestererinnerungen hat dagegen mit Kälte zu tun: die Schneekatastrophe von 1978/79. Neumünster war total eingeschneit, Autos kamen nicht durch, man ging mit dem Schlitten zum Einkaufen. Die Landschaft schaute wunderschön aus, und man lernte, sich den Gegebenheiten anzupassen: Meine Schwester und ich sind damals fest entschlossen zu Fuß 90 Minuten nach Tungendorf (und auch wieder zurück) gestapft, um dort mit Freunden Silvester zu feiern. Würde ich das heute auch noch so machen? – Wahrscheinlich nicht, aber ich bin froh, dass ich diese Erinnerungen habe.“



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