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Lutz Kirschberger : IHK-Chef spürt Aufbruchstimmung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Lutz Kirschberger ist verantwortlich für die Niederlassung in Neumünster. Der Stadt attestiert er ein neues Selbstbewusstsein.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 17:00 Uhr

Neumünster | Die ersten 100 Tage sind vorbei. Lutz Kirschberger, der neue Chef der IHK-Dependancen in Rendsburg und Neumünster, hat sie genutzt, um eine Fülle an Gesprächen zu führen – mit Unternehmern, mit Lobbyisten und mit Politikern. In Neumünster ist ihm aufgefallen: In der Stadt ist eine Aufbruchstimmung spürbar.

Herr Kirschberger, wie ist der Job?
So, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Sehr abwechslungsreich, sehr vielfältig. Die Industrie- und Handelskammer macht ja weit mehr als gemeinhin bekannt. Es geht nicht nur um Themen wie Standortpolitik oder Ausbildung. Die IHK ist der Rundum-Dienstleister für die Unternehmen. Wir beraten, wenn es um Fachkräfte, den Nachwuchs oder aber auch um Finanzierungsfragen, Existenzgründungen oder Nachfolgeregelungen in Firmen geht und nehmen Interessen der Unternehmen auf politischer Ebene wahr. Wir können sicherlich nicht alles bis ins letzte Detail selbst abbilden, aber dann sind wir zumindest in der Rolle des Vermittlers. Wir sind immer eine gute erste Anlaufstelle.

Neumünster scheint in jüngster Zeit einen großen Aufschwung zu erleben, im Gegensatz zur Region Rendsburg.

Ja, Neumünster hat im Moment einen sehr positiven Lauf. Es gibt neuere und größere Gewerbeansiedlungen. Die große Shoppingmall mit über 22  000 Quadratmetern, die jetzt in der Innenstadt entsteht, ist ein Geschenk für Neumünster. Das kann die Innenstadt weit voranbringen. Aber man muss Mittel und Wege finden, die umliegenden Einkaufsbereiche rund um den Großflecken mit einzubinden. Weitere Pluspunkte sind das Designer Outlet-Center, das ja gerade wegen des guten Erfolges erweitert wird und viele Kunden von auswärts lockt. Und ein drittes positives Signal geht vom neuen Gewerbegebiet im Norden der Stadt aus.

Noch einmal zur Verknüpfung der Holsten-Galerie mit dem Großflecken: Das ist aus Ihrer Sicht konzeptionell noch nicht zu Ende gedacht?
Wir müssen sicherstellen, dass die Geschäfte am Großflecken keinen Nachteil vom ECE-Center haben, sondern davon profitieren. Doch wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist aus meiner Sicht konzeptionell noch nicht überzeugend hinterlegt. Wir müssen unbedingt vermeiden, dass sich außerhalb des ECE-Centers neue Leerstände auftun. Hier wollen wir als IHK uns einbringen.


Die Rendsburger hadern mit ihrer Stadt und sehen vieles kritisch. Wie ist das in Neumünster?
Das ist ein Phänomen, das mir aus Schleswig sehr bekannt vorkommt. Die Bürger reden ihre eigene Stadt meist viel schlechter, als sie es verdient hat. Anders in Neumünster: Dort vollzieht sich ein Wandel. Viele Menschen registrieren, dass sich da Großes entwickelt, dass auch Arbeitsplätze entstehen. Es gibt ein neues Selbstbewusstsein.

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