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Diskussion zur Inklusion : Ideal scheitert an der Umsetzung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Holstenhallenrestaurant wurde auf Einladung des FDP-Kreisverbandes kontrovers über das Thema Inklusion diskutiert.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 06:45 Uhr

Neumünster | „Inklusion ist ein großes gesellschaftliches Ideal – und zwar über alle Parteigrenzen hinweg“, stellte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras fest. Am Mittwochabend hatte der FDP-Kreisverband zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Wie gestalten wir Inklusion im Schulwesen unserer Stadt?“ geladen und Tauras hielt die Begrüßungsrede. 25 Gäste waren der Einladung ins Restaurant der Holstenhallen gefolgt, darunter Mitglieder der FDP wie Marianne Lingelbach und Reinhard Ruge, aber auch Menschen, die tagtäglich mit dem Thema konfrontiert sind, wie beispielsweise der Leiter der Fröbelschule, Burkhard Blank.

Auf dem Podium hatten Paul Jürs, Vorsitzender des Fördervereins Fröbelschule, die Fachdienstleiterin vom Schulamt, Gabriele Bartelheimer, die FDP-Landtagsabgeordnete Anita Klahn, sowie die Vorsitzende des Vereins Lichtblick, Nicole Rahmann, Platz genommen. Als Diskussionsleiter fungierte der Kreisvorsitzende der FDP, Dr. Wolfgang Stein.

Bereits in der Vorstellungsrunde wurden die unterschiedlichen Positionen deutlich. Jürs sprach sich klar für einen Erhalt der Förderzentren aus, da er nicht sehe, „wie Kinder damit zurechtkommen, ständig die letzten zu sein“ – einem Schicksal, dem sie nach Einschätzung Jürs‘ in der Regelschule zwangsläufig ausgesetzt seien.

Nicole Rahmann sah in der Inklusion eine große Chance für die gesamte Gesellschaft, da Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam beschult werden und voneinander lernen können. Voraussetzung sei, dass Inklusion „gut gemacht“ sei, betonte sie.

Genau das sei das Problem, warf Anita Klahn ein. „Wir bräuchten in jeder Klasse eine Doppelbesetzung an Lehrkräften und außerdem die Neuausstattung von Schulen und Klassenräumen. Dafür fehlt definitiv das Geld“, sagte Klahn. In diesem Punkt stimmte Gabriele Bartelheimer zu. „Was die räumliche Ausstattung der Schulen in punkto Inklusion angeht, sind wir nicht besonders weit“, musste sie eingestehen.

Den Vorschlag des Oberbürgermeisters, Mittel zu bündeln, um so ein oder zwei Schulen „inklusionsfähig“ auszustatten, lehnte Anita Klahn ab: „Ein bisschen Inklusion geht nicht.“ Außerdem käme seit neuestem noch das Recht auf freie Schulwahl hinzu. Das mache die Sache nicht einfacher, sagte sie. Am Ende einigte man sich darauf, dass es viel Zeit und das Engagement aller Beteiligten brauche, um ein hochqualitatives Inklusions-Programm in Neumünster zu schaffen.

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