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Bordesholm : „Ich mag die familiäre Atmosphäre“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ausstellung und Besucher lieben den Lindenmarkt / 2000 Menschen bummelten an Pfingsten über das Gelände

Bordesholm | Von Sonnabend bis gestern fand auf dem Lindenplatz in Bordesholm wieder der Lindenmarkt mit Kunsthandwerk, Musik und kulinarischen Genüssen statt. An diesem Pfingstwochenende tummelten sich gut 2000 Besucher zwischen dem Klosterstift und der alten Linde und stöberten in der breiten Palette aus handgefertigten schmückenden und nützlichen Gegenständen.

Zum 30. Mal hat Christine Hankel (70) den beliebten Kunsthandwerkermarkt organisiert – und auch zum letzten Mal. „Ich höre auf. Das war definitiv der letzte Markt unter meiner Regie“, sagte die Bordesholmerin, die die Pfingstveranstaltung 1987 ins Leben gerufen hatte. Aus gesundheitlichen Gründen wollte Christine Hankel eigentlich bereits im vergangenen Jahr den Staffelstab weiterreichen, konnte dann aber doch nicht von ihrem „Baby“ lassen (der Courier berichtete).

30 Aussteller aus Deutschland haben am vergangenen Wochenende edle Lederwaren angeboten, originelle Kleidungsstücke aus Filz, schicke Hüte, einfallsreiche Skulpturen aus Bestecken, Bilder, Holzarbeiten und vieles mehr. Unter der Linde hatte der Schmied Fränk Bäng seine Esse angefeuert und die Kinder standen Schlange, um auch einmal den schweren Hammer auf den Amboss fallen zu lassen und ein glühendes Stück Eisen zu bearbeiten. Seit 14 Jahren ist der Schmied jedes Jahr bei Christine Hankels Markt dabei und hat ihr im Namen der Aussteller ein Geschenk überreicht: eine geschmiedete, handgroße Linde aus Eisen, die auf einer Apfelholzscheibe ruht.

Lothar Schwarz ist passionierter Bernsteinsammler und hat etwa 15 Märkte auf der Klosterinsel mitgemacht. „Es ist ein wunderschöner Markt, die Aussteller sind toll und die Musik ist klasse. Mir gefallen auch immer wieder das gemeinsame Frühstück aller Künstler und die abendlichen Feiern“, sagte der Kieler, bei dem man das uralte Baumharz bearbeiten und nebenbei noch viel darüber erfahren konnte.

Damit die Künstler auch bequem unterkamen, hatten sich einige Bordesholmer bereit erklärt, ihnen Unterschlupf zu gewähren. Brigitta Irmer hat den Maler Robert Muzis und seine Tochter Elina Lusis-Grinberga aufgenommen, die extra aus Lettland nach Bordesholm gekommen waren, um Bilder und handgewebtes Leinen anzubieten. „Ich helfe Christine gerne und lerne nebenbei viele nette Leute kennen, die meinen Horizont erweitern“, erklärte die Gastgeberin.

Auch die Keramikerin Silwia Barke-Demba aus Mecklenburg schätzt die besondere Stimmung auf dem Lindenplatz vor der Bordesholmer Klosterkirche: „Ich mag die familiäre Atmosphäre, die hier auch unter den Betreibern herrscht. Außerdem ist es ein sehr schöner Platz.“

Ob der Lindenmarkt im kommenden Jahr von anderer Hand weiter geführt wird, ist noch nicht klar. Eine Frau habe Interesse gezeigt, möchte aber noch nicht namentlich genannt werden.




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