Kinobühne : „Ich hätte den Film gerne verstanden“

Johanna Göb, die Leiterin des Kulturbüros,  führte die Zuschauer in den Film „Calvin Fragmenti“ ein.
Johanna Göb, die Leiterin des Kulturbüros, führte die Zuschauer in den Film „Calvin Fragmenti“ ein.

Einige Besucher der Kinobühne waren sich uneinig darüber, was der Film eigentlich will.

shz.de von
30. März 2017, 08:20 Uhr

Neumünster | Für die beliebte Reihe Kinobühne wurde am Dienstag auf der Bühne des Theaters in der Stadthalle wieder die Leinwand heruntergelassen. Insgesamt 120 Besucher sahen während der Nachmittags- und Abendvorstellung den Film „Calvin Fragmenti“ (2015) des Regie-, Autoren- und Drehbuchteams Philipp Westerfeld und Manuel Ostwald. „Der Film wirft Fragen auf“, verriet Johanna Göb, Leiterin des Kulturbüros, in ihrer Einleitung. Leider hatten die Filmemacher ihren Besuch zum Filmgespräch abgesagt.

Im Anschluss waren sich einige Besucher uneinig darüber, was der Film denn eigentlich will. „Ich hätte ihn gerne verstanden. Kurz vor Schluss dachte ich auch noch, es wäre so. Aber dann war ich wieder verwirrt“, schilderte Catrin Volz ihre Wahrnehmung des auf vielen Zeitebenen spielenden Films. Verschwimmende Grenzen und Unschärfen, in denen Rückblicke und Gegenwart, Fantasie und Realität aufeinanderprallen und wieder auseinander driften, lassen den Zuschauer häufig im Unklaren über Ort und Zeit der Handlung. Wenn der Protagonist Calvin am Anfang und Ende nackt wie Adam durch die Natur flitzt, hat sich der Kreis der Handlung zwar geschlossen. Trotzdem bleiben Fragen: Erlebt der verstummte Jugendliche das wirklich? Oder ist es das Paradies, in das er nach seinem Selbstmord eintritt?

Um die Unsicherheiten noch zu verstärken, bildet ein Märchen den Rahmen der gesamten Geschichte um den in Emilia verliebten Calvin, der von Emilias intriganter Halbschwester Fabienne zum Mord an Emilias Liebhaber angestiftet wird. Ästhetisch ansprechende Bilder und ganz starke Darsteller machten den Film auch außerhalb logischer Nachvollziehbarkeit zu einem Erlebnis.

Auf wenig Zuspruch stieß der Film bei Diane Seemann, sie meinte: „Ich weiß nicht, was unbequemer war, die Stühle oder der Film. Mir gefielen die verschwommenen Bilder nicht. Da fand ich den Vorfilm deutlich besser.“

Das war das Regiedebüt von Nele Müller-Stöven „Am Strand“. Darin spielt eine junge Frau ihren Urlaubsnachbarn vor, sie sei blind. Ihr Partner macht das Spiel zunächst mit, lässt sie dann aber auflaufen.

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