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Gross Kummerfeld : „Ich habe mich sofort in die Schule verguckt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erika Dohm hat 30 Jahre an der Grundschule in Groß Kummerfeld unterrichtet, 19 Jahre davon als Rektorin.

Gross Kummerfeld | Wenn Erika Dohm mit blitzenden Augen von „ihrer“ Schule erzählt, kann man kaum glauben, dass die Rektorin der Groß Kummerfelder Grundschule in wenigen Wochen in Pension geht. Doch mit Beginn der Sommerferien wird die 65-Jährige nach 30 Jahren ihre Aufgaben an die neue Leiterin Juliane Carstensen übergeben (der Courier berichtete).

In die Schule verguckt hat sich Erika Dohm auf den ersten Blick. „1985 habe ich an der Dr.-Gerlich-Schule in Trappenkamp unterrichtet. Auf dem Weg dorthin bin ich immer durch Groß Kummerfeld gefahren und habe mir gedacht, dass diese kleine Schule eigentlich mein Traum wäre“, erzählt sie. Um diesen wahr werden zu lassen, schrieb sie schließlich ein Versetzungsgesuch – allerdings ohne zu wissen, dass sich der Schulleiter Kurt Butzlaff pensionieren lassen wollte. „Lange Rede, kurzer Sinn. Seit 1986 unterrichte ich nun hier. Und die Leitung habe ich seit 1997 inne, weil ich nach einem Schnupperkursus für Schulleiter gemerkt habe, dass ich keinen der Teilnehmer hätte als Vorgesetzten haben wollen“, berichtet Dohm schmunzelnd.

Natürlich habe es im Laufe der Zeit immer wieder neue Methoden wie zum Beispiel das Modell der jahrgangsübergreifenden Klassen oder den Verzicht auf Noten gegeben. „Natürlich muss man für Neues offen sein. Aber man muss nicht jedem Trend hinterherlaufen. Ich habe mir die Schule immer so zurechtgestrickt, wie ich Schule gut finde“, erklärt die Noch-Rektorin. Denn das Wichtigste sei, dass die Kinder in angstfreier Atmosphäre und mit persönlicher Zuwendung das Lernen lernen, sagt Erika Dohm.

Aus diesem Grund gibt es in Groß Kummerfeld übrigens auch keine Pausenklingel. „Manchmal ist eine erste Klasse nach 30 Minuten erschöpft. Aber die Vierte braucht 60 Minuten, um ihre Aufgaben zu beenden. Deshalb setzen wir die Pausenzeiten individuell“, lautet dazu ihre Erklärung.

Bei Erika Dohms Eintritt besuchten ganze 13 Kinder die Dorfschule, die damals lediglich aus zwei Klassenräumen bestand. Es gab kein Telefon, kein Lehrerzimmer und der Sportunterricht fand auf ein paar Matten in den Klassenräumen statt. Doch durch die Schließung der Kleinkummerfelder Schule Anfang der 90er-Jahre wuchs die Schule auf 120 Schüler und sechs Klassen an. Deshalb wurde ständig an- und umgebaut. „Außerdem gab es jahrelang einen Taxidienst, der uns zum Mehrzweckraum des Schießsportvereins transportierte. Dort fand der Sportunterricht statt, bevor im Jahr 2000 die Sporthalle fertiggestellt wurde“, sagt Erika Dohm.

Heute jedoch sei die Schule, an der zurzeit 90 Kinder unterrichtet werden, gut ausgestattet. Dankbar sei sie in diesem Zusammenhang insbesondere auch den gemeindlichen Gruppen, die die Projekte der Schule immer mit großem Engagement unterstützen.

Außerdem werde die Schule mit der offenen Ganztagsschule (der Courier berichtete) noch einmal deutlich an Wertigkeit gewinnen. „Und auch mit der Wahl meiner Nachfolgerin bin ich sehr zufrieden. Ich gehe also letztlich zwar mit einem lachendem und einem weinenden Auge, aber dennoch mit einem guten Gefühl“, erklärt die Pensionärin in spe.  

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