OB-Kandidat im Porträt : „Ich habe gelernt, dass Pläne im Leben oft nicht greifen“

Beim Blumeneinpflanzen in seinem Garten kann Olaf Tauras abschalten. Als Kind wollte er Archäologe werden, daher ließ er sich vor einigen Jahren für ein Kunstprojekt mit alten Säulen und Steinen aus Styropor im Ratssaal fotografieren. Das Bild hat er für den Fototermin in seinen Garten gestellt.
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Beim Blumeneinpflanzen in seinem Garten kann Olaf Tauras abschalten. Als Kind wollte er Archäologe werden, daher ließ er sich vor einigen Jahren für ein Kunstprojekt mit alten Säulen und Steinen aus Styropor im Ratssaal fotografieren. Das Bild hat er für den Fototermin in seinen Garten gestellt.

Dr. Olaf Tauras ist selbstbewusst und bodenständig – nicht nur in seinem Garten.

shz.de von
05. Mai 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | Das Glück hat es stets gut mit ihm gemeint, aber Lotto spielt Olaf Tauras nicht. „Mein Vater hat sein Leben lang Kreuze gemacht und nichts gewonnen. Drei Wochen nach seinem Tod hat seine Tippgemeinschaft mehrere tausend Euro eingesackt. Da habe ich beschlossen, keine Glücksspiele zu machen“, sagt der 47-Jährige. Statt auf Fortunas Hilfe zu setzen, nahm der gebürtige Westfale sein Leben lieber selbst in die Hand. „Man muss aktiv und offen sein, aber das Schicksal auch so  akzeptieren, wie es ist. Ich habe gelernt, dass Pläne im Leben oft nicht greifen“, sagt er.

Sein Schicksal führte  Tauras im Jahr 2000 mit seiner damaligen Frau Kathrin nach  Langwedel bei Bordesholm. Sie wurde Pressesprecherin beim Radiosender RSH, er begann als Vertriebsleiter beim Informationssystem Schleswig-Holstein.de. Kennen gelernt hatte sich die beiden  beim Studium in Münster.

Dort wuchs Olaf Tauras auf, dort promovierte der Politikwissenschaftler 1996. Vier Jahre arbeitete er danach als Politikberater, entwickelte unter anderem Projekte für die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. In dieser Zeit  lebte das Paar in Köln. Noch heute ist Tauras gerne in Köln, hat dort und in Münster  Freunde.

Nach einer Station in Hamburg wurde Tauras 2002   Chef der Wirtschaftsagentur in Neumünster, 2004 zog er mit seiner Frau ins neu gebaute Haus nach Gadeland. 2009 gewann er – unterstützt von CDU, Grünen und FDP –  die Oberbürgermeister-Wahl gegen Günter Humpe-Waßmuth (SPD). Obwohl es damals viele vorhersagten: Eingetreten ist er in keine dieser Parteien. „Ich war als Student  mal in der SPD. Als es in Köln aber eine Korruptionsaffäre gab, bin ich ausgetreten“, sagt er. Ihm sind Ergebnisse wichtiger als Parteiengezänk: „Dort wird oft  nicht sachorientiert gestritten.“

Bevor er sich vor gut einem Jahr dazu entschloss, wieder als OB anzutreten, wog Tauras  das Für und Wider  ab: „Die Arbeit macht mir nach wie vor  Spaß. Man kann viel verändern und etwas für die Menschen in der Stadt bewegen.“ Die größten Nachteile: Die Privatsphäre bleibt quasi auf der Strecke. „Ich habe eine  70-Stunden-Woche und  kann nicht einfach über den Großflecken gehen, ohne angesprochen zu werden.“ Das hat auch seine neue Partnerin Britta Remmert schon gemerkt, mit der er seit einem halben Jahr zusammen ist.  Die beiden lernten sich beim Yoga kennen. Sie brachte auch ihre Tochter (13)  mit in die Beziehung.

Tauras hat den Bootsführerschein See und zählt  Laufen, Radfahren, Reisen und die Gartenarbeit zu seinen Hobbys: „Beim Rasenmähen oder Pflanzen ein- und umtopfen kann ich  entspannen.“ Auf die Frage, was er macht, wenn er die Wahl verliert, hat Olaf Tauras nur eine Antwort: „Ich werde gewinnen.“

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