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Holsteinischer Courier

23. November 2017 | 16:13 Uhr

Nachruf : „Ich gehe zufrieden vom Hof“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Peter Iwersen, langjähriger Chef der Holsten-Brauerei und der Holstenhallen, ist überraschend gestorben.

von
erstellt am 12.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Neumünster | Er stammte aus Hamburg, hat in Afrika gelebt, aber seine Heimat hat er in Neumünster gefunden. Peter Iwersen, langjähriger Chef der Holsten-Brauerei und der Holstenhallen, ist plötzlich und unerwartet im 80. Lebensjahr gestorben.

Iwersen kam 1935 in Hamburg zur Welt, wuchs dort auf und machte eine Lehre als Im- und Export-Kaufmann. Ein Jahr war er während der Ausbildung in England, was sein Interesse an fremden Ländern weckte. Mit 22 Jahren ging Iwersen für eine Schweizer Firma nach Äthiopien, wo damals noch Kaiser Haile Selassie regierte. Es zog ihn weiter nach Kenia, wo er seine (deutsche) Frau kennen lernte und Sohn Dirk geboren wurde. 1970 ging es der Familie zuliebe wieder nach Deutschland: In Hamburg fing er bei der Holsten-Brauerei an.

Dort entdeckte man schnell seine kommunikativen Fähigkeiten und schickte ihn als Verkaufsdirektor in die Brauerei nach Neumünster. Als die Holsten 1985 den Standort Neumünster schloss, ging Iwersen noch kurz für die Brauerei nach Kiel, aber die Neumünsteraner holten ihn rasch zurück: 1985 wurde er Chef der Holstenhallen. Die Stadtväter überzeugte er mit seinem Konzept für die im Bau befindliche Stadthalle: „Die sollte eine eigene Verwaltung mit 13 Mitarbeitern bekommen. Das wäre nie etwas geworden. Ich schlug vor, die Stadthalle organisatorisch an die Holstenhallen anzugliedern“, erinnerte sich Iwersen Jahre später. So kam es, und das Konzept bewährt sich bis heute.

Iwersen lebte die Holstenhallen, führte sie 18 Jahre lang mit einem Engagement wie den eigenen Familienbetrieb. Als in den 1990ern die Nordbau-Messe immer schwächer wurde, handelte er zupackend: Die Hallenbetriebe kauften die Nordbau und machten sie zu wieder einer Vorzeigemesse. Auch die Umwandlung in eine GmbH ging auf seine Initiative zurück. 2003 ging er in den Ruhestand.

Auch als Rentner war Iwersen immer präsent in Neumünster, fühlte sich wohl bei der Jacoby-Bürgergilde und im Segelclub, im Eiscafé Venezia. Dass er nach dem Tod seiner ersten Frau noch einmal heiraten und mit seiner Karin 2014 sogar noch die Silberhochzeit feiern durfte, machte ihn sehr dankbar.

Ein Satz, den Hallenchef Iwersen bei seiner Verabschiedung sagte, mag auch als Fazit seines Lebens gelten: „Ich gehe zufrieden vom Hof. Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte.“

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