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FEK-Aufsichtsrat : „Ich bin nicht scharf auf Posten“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hauptausschuss: CDU-Ratsherr Hauke Hahn gab eine persönliche Erklärung vor seiner Wahl in den Aufsichtsrat ab und war spürbar angefasst

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | Nach tagelanger Debatte über die geplante Abwahl des FEK-Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Lau war aus diesem Tagesordnungspunkt (Top) im Hauptausschuss die Luft nach 30 Sekunden raus. „Die CDU zieht den Antrag zu Top 6 zurück“, sagte der Parteivorsitzende Wolf Rüdiger Fehrs. Das hatte die Mitglieder des Ausschusses natürlich schon erfahren, weil die CDU die Nachricht bereits am Nachmittag verbreitet hatte (der Courier berichtete). Und trotzdem kam das Thema im Laufe der Sitzung am Dienstagabend noch einmal hoch.

Unter Top 20 stand die andere Personalie des FEK-Aufsichtsrats an. Als Nachrücker für Hans-Joachim Hirsch nominierte die CDU ihren Ratsherrn Hauke Hahn. Der wäre wohl ohne jede Diskussion einstimmig gewählt worden – wenn er sich nicht noch zu Wort gemeldet hätte. Spürbar angefasst sagte Hahn, ihm wäre ein Gerede zu Ohren gekommen: Angeblich stünde er, Hahn, hinter dem Plan mit der geplanten Abwahl von Matthias Lau, um selber in den Aufsichtsrat zu kommen und Vorsitzender zu werden. „Davon ist kein Wort wahr! Ich bin von meiner Fraktion gefragt worden und würde in den Aufsichtsrat gehen, aber mehr auch nicht. Ich bitte jeden, der meint, ich wäre scharf auf irgendwelche Posten, mich jetzt nicht zu wählen“, sagte Hahn.

Das löste Verwunderung und reihenweise Vertrauensäußerungen für den anerkannten Finanzexperten Hahn aus. „Es besteht überhaupt kein Zweifel an Ihrer Qualifikation“, sagte beispielsweise Reinhard Ruge (FDP). Volker Andresen (SPD) meinte: „Das ehrt Sie, Herr Hahn. Natürlich wählen wir Sie. Der Fall mit Herrn Lau lag anders. Es ist gut, dass das vom Tisch ist. Die Entscheidung der CDU hat meinen Glauben an die politische Kultur wieder wachsen lassen.“ Sein Fraktionskollege (und FEK-Aufsichtsrat) Arno Jahner ergänzte: „Gott sei Dank können wir Herrn Lau behalten, das ist ein superguter Mann.“

Nach Hahns einstimmig erfolgter Wahl gratulierte der Ausschussvorsitzende und CDU-Fraktionsvorsitzende Gerd Kühl ihm überschwänglich und nannte neue Zahlen. „Jetzt können Sie über die 27 Millionen Zuschuss vom Land mitentscheiden und können über den Kredit für die fehlenden 13 Millionen verhandeln, Herr Hahn.“

Und auch mit so etwas müssen sich die Verwaltung und der Hauptausschuss beschäftigen: Weil Stadtpräsidentin, Oberbürgermeister und zwei Mitarbeiter im Mai zum 750. Geburtstag von Koszalin (Köslin) in die polnische Partnerstadt fahren möchten, stellte der OB ordnungsgemäß einen Dienstreiseantrag. Darunter steht: „Finanzielle Auswirkungen: ca. 70 Euro Kraftstoffkosten“. Einstimmig genehmigt.

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