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100 Jahre : „Ich bin dankbar für mein langes Leben“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gertrud Förster aus dem Pflegeheim Sachsenring feiert heute ihren 100. Geburtstag – und liest noch täglich den Courier

Neumünster | Schon auf dem Flur des Senioren- und Pflegeheims Sachsenring fällt dem aufmerksamen Besucher das Zimmer von Gertrud Förster auf. Über dem Namensschild hängt ein postkartengroßes Bild, das eine Seelandschaft mit Segelbooten zeigt. „Das ist meine Visitenkarte“, erklärt die kleine Dame, die am 8. Februar 1916 – heute vor 100 Jahren – in Tilsit, dem heutigen Sowetsk an der Memel geboren wurde.

Hier ging sie auch zur Schule, machte ihr Abitur, was für Mädchen in der damaligen Zeit noch etwas Besonderes war. „Von den beiden Klassen mit je 25 Mädchen waren nur zwölf bis zum Ende dabei“, erinnert sich die Hundertjährige. Nach ihrem Studium war sie als Sozialpädagogin in einem Erholungsheim am Frischen Haff tätig und betreute 10- bis 17-jährige Jugendliche, die die 1,52 Meter große junge Frau weit überragten.

1939 heiratete sie ihren Gerhard, einen schmucken Soldaten, der 1947 aus der Gefangenschaft zurückkehrte und mit dem sie nach der Flucht in Travemünde ein neues Zuhause fand.

„Wir waren 65 Jahre verheiratet, und das war eine schöne Zeit“, schwärmt Gertrud Förster noch heute von damals. Als ihr Mann 2004 im Alter von 95 Jahren verstarb, lebte sie noch bis zu ihrem 98. Lebensjahr selbstständig in Travemünde. In der „Seniorenakademie Lübecker Bucht“ genoss sie damals dabei die gemeinsamen Reisen und die dazu angebotenen Malkurse. „Oft habe ich in freier Natur gemalt, und zu meiner Freude zehre ich heute noch davon“, erzählt sie begeistert. Als sie im März 2013 dann in das Senioren- und Pflegeheim Sachsenring nach Neumünster umzog, lebte sie sich dort schnell ein. „Man kann überall etwas lernen“, ist ihre Devise bis heute.

Gertrud Förster gehört dem Bewohnerbeirat des Heimes an und hat einen festen Tagesablauf. Nach dem Frühstück informiert sie sich im Courier über die Geschehnisse in der Welt. Der Nachmittag gehört der Malerei von kleinen Aquarellen, mit denen sie ihren Freunden und Verwandten oft eine Freude macht.

Am heutigen Geburtstag freut sich Gertrud Förster auf die Feier mit ihren drei Kindern und deren Familien, zu denen sechs Enkel und acht Urenkel zählen. Nach ihren Wünschen für die Zukunft gefragt, meinte Gertrud Förster: „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass alles so bleibt wie es ist, dass meine Kinder und deren Familien gesund bleiben und Erfolg haben, und ich bin dankbar für mein bisheriges Leben“.

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