Blasorchester Tungendorf : Hymnisch, leise und voller Klangfarben

Strahlende Klänge waren aus den Reihen der Trompeter des Blasorchesters Tungendorf zu hören.
Strahlende Klänge waren aus den Reihen der Trompeter des Blasorchesters Tungendorf zu hören.

Das Blasorchester Tungendorf gab sein Jahresabschlusskonzert vor 280 Besuchern in der Lutherkirche. Auch viele junge Musiker zeigten ihr Können.

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15. Dezember 2014, 09:00 Uhr

Neumünster | „Aufeinander hören und sich leiten lassen“. Laut Pastor Hans-Christian Hübscher sind das die herausragenden Merkmale eines Orchesters. Als Vertreter der Lutherkirche freute er sich deshalb besonders, das Blasorchester Tungendorf am Sonnabendnachmittag in seinem Haus begrüßen zu können. Bereits zum dritten Mal feierten die Bläser ihr Jahresabschlusskonzert in der Tungendorfer Kirche. „In diesem Jahr bekommen Sie sogar drei Konzerte präsentiert“, verriet Daniel Wolrath den Gästen.

„Im ersten Teil werden wir alte und neue Stücke spielen, und in der zweiten Hälfte wird es dann weihnachtlich werden“, kündigte der Leiter und Dirigent des 50-köpfigen Blasorchesters an.

Zu Beginn demonstrierte das „Vororchester“, bestehend aus zehn jungen Musikern, seine Fortschritte anhand zweier Popsongs. „Was mich besonders am Tungendorfer Blasorchester freut, ist der Altersdurchschnitt“, meinte Pastor Hübscher. „Entgegen aller gesellschaftlichen Trends begeistern sich hier sehr viele junge Leute für Blasmusik“.

Hübschers Einschätzung mag am Repertoire liegen oder an der Qualität. Wahrscheinlich an beidem. Denn dass die Tungendorfer auf höchstem Niveau spielen, wurde ihnen nicht nur beim 38. Landesmusikfest in Bredstedt mit einem „sehr gut“ bescheinigt. Vom außerordentlichen Können der Instrumentalisten zeugte auch das Konzert am Sonnabendnachmittag. Differenzierte Lautstärken, ein homogener, sauberer Klang und gekonnte Crescendi zeichneten sämtliche Stücke aus. Beim elfminütigen Werk „The witch and the saint“ des US-amerikanischen Komponisten Steven Reinicke schufen die einzelnen Instrumentengruppen derart imposante Wechselspiele, dass die Zuhörer gebannt in die emotional aufgeladene Geschichte eintauchen konnten. Nahezu hymnisch gelang den Musikern das Instrumentalwerk „Mount Everest“ des holländischen Komponisten Kees Vlak. Ungewöhnliche Klangfarben brachten die großartigen Percussionisten ins Spiel, kein einziger Einsatz wurde von den Musikern verpasst. Nach der Pause wurde es, wie angekündigt, festlich.

Sechs Lieder – darunter „Oh du fröhliche“ und „Gloria in excelsis Deo“ sowie Charles Dickens‘ Geschichte vom hartherzigen Geizkragen Ebenezer Scrooge – gelesen von Pastor Hübscher und musikalisch begleitet vom Blasorchester Tungendorf versetzten die begeisterten Besucher wie versprochen in eine weihnachtliche Stimmung. 

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