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Tasdorf im Kreis Plön : Hundekot auf Wiesen kann hochwertige Futtermittel gefährden

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im schlimmsten Fall können sich Rinder mit dem Hundebandwurm infizieren. Ein Landwirt bittet deshalb um Rücksicht bei den Hundehaltern.

Tasdorf | So gerne Sunny sich wohl auf der Wiese am Tasdorfer Raderedder (Kreis Plön) austoben würde – Frauchen Angelika Horst lässt die Hündin nicht auf die Koppel. Das Mischlingsweibchen bleibt angeleint und muss sein Geschäft woanders verrichten. Nicht alle Hundebesitzer sind so einsichtig. Dabei sind die Hinterlassenschaften der Hunde ein echtes Problem für die Bauern: Das Futter kann verunreinigt und das Vieh krank werden.

Deshalb hat Landwirt Matthias Danker auch extra ein Hinweisschild aufgestellt. „Hunde bitte draußen bleiben. Auf diesen Wiesen werden hochwertige Futtermittel als Grundlage für ihre Lebensmittel produziert“, heißt es darauf unter dem Aufkleber des BDM, des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. „Jeder, der darüber nachdenkt, wird das verstehen“, sagt Altbauer Detlef Danker zur „höflichen Aufforderung“. „Wir haben selbst auch einen Hund. Ich weiß, wie gerne er ohne Leine läuft“, sagt er. Aber genau das wird immer öfter zum Problem. Stöcke vom Spielen und Apportieren werden so ins Futter getragen. Dadurch könnten die Häcksler Schaden nehmen.

Das viel größere Problem: Hunde können Würmer haben, und Rinder sind Zwischenträger des Hundebandwurms. „Die Kühe können dadurch Bandwurmfinnen bekommen“, sagt Detlef Dankeer. Finnen sind die Larven des Bandwurms. „Sie werden zwar durch Tiefkühlung abgetötet, aber die Bauern erleiden einen Verlust“, sagt Detlef Danker. Im Extremfall weise der Fleischer wurmgeschädigtes Fleisch zurück. Detlef Danker räumt aber ein, dass sich die Situation gebessert habe, da Hunde heute viel öfter einer Wurmkur unterzogen würden.

Dennoch sagt auch Neumünsters Amtstierärztin Dr. Bettina Kohnen-Gaupp: „Der Hundekot verunreinigt das Futter.“ Halter sollten alles einsammeln, was ihr Liebling hinterlässt. „Der Hund ist Wirt für verschiedene Bandwürmer, wenn er nicht regelmäßig entwurmt wird“, sagt sie. Finnige Rinder könne man vermeiden. Bettina Kohnen-Gaupp: „Es geht um Futterhygiene, und Hunde haben auf landwirtschaftlichen Flächen nichts zu suchen.“ Der Rinderbandwurm ist auch für den Menschen gefährlich. Gefahr drohe aber auch von anderen Parasiten und Bakterien.

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erstellt am 07.Mär.2015 | 12:00 Uhr

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