Unfall : „Hundehalter, nehmt mehr Rücksicht!“

Renate Kunz (69) zog sich im Osterhofpark einen komplizierten Trümmerbruch im rechten Handgelenk zu, nachdem ein freilaufender Hund mit ihrem angeleinten Jimmy eine Balgerei begonnen hatte.
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Renate Kunz (69) zog sich im Osterhofpark einen komplizierten Trümmerbruch im rechten Handgelenk zu, nachdem ein freilaufender Hund mit ihrem angeleinten Jimmy eine Balgerei begonnen hatte.

Gartenstädter appelliert nach zwei schmerzhaften Zwischenfällen mit freilaufenden Hunden an die Vernunft der Halter – und fordert mehr Schilder

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06. Januar 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | So hat sich Horst Kunz (72) den Start ins neue Jahr nicht vorgestellt: Gleich zweimal innerhalb der ersten Januarwoche wurde seine Familie beim Spaziergang im Osterhofpark Opfer von freilaufenden Hunden. Seine Frau Renate (69) brach sich das Handgelenk, seinem Enkel Marcel (17) wurde in den Finger gebissen. „Wie kann es sein, dass Hundehalter ihre Tiere so schlecht im Griff haben und sie trotzdem frei laufen lassen?“, erbost sich der Gartenstädter – und fordert Konsequenzen.

Renate Kunz steht noch immer unter Schock. Am Freitagnachmittag war sie mit dem Hund ihrer Tochter, dem Jack Russell Terrier Jimmy, zum Gassigehen in den nahegelegenen Osterhofpark gestartet. Kaum im Park, wurden die 69-Jährige und ihr Hund von zwei freilaufenden Hunden eines bislang unbekannten Halters eingeholt. Die Hunde tobten miteinander, es gab ein Gerangel, in dessen Verlauf Renate Kunz, von der Hundeleine mitgerissen, zu Boden stürzte. „Ich war so aufgeregt, dass ich mich noch nicht einmal nach dem Namen des Halters erkundigt habe“, ärgert sich die Verletzte. Renate Kunz zog sich bei dem Sturz einen komplizierten Trümmerbruch am rechten Handgelenk zu. Am Freitag soll sie operiert werden.

Nur einen Tag später war ihr Enkel Marcel (17) mit Jimmy unterwegs, wieder kam es zu einer unliebsamen Begegnung mit einem freilaufenden Hund. Als sich die Hunde ineinander verbissen, wollte Marcel sie trennen, er wurde in die Hand gebissen. Weil er dicke Handschuhe trug, blieb es bei einer Quetschwunde am Finger. Trotz der schmerzhaften Wunde überließ der fremde Hundehalter den Jungen sich selbst.

Horst Kunz ist entsetzt: „Hundhalter müssen sich doch ihrer Verantwortung bewusst sein, die sie gegenüber dem Tier und ihrer Umwelt tragen. Wer nicht sicher ist, wie sein Hund bei einer Begegnung mit anderen Hunden reagiert, muss ihn eben an die Leine nehmen“, fordert der Gartenstädter, der die Vorfälle inzwischen dem Ordnungsamt und dem Stadtteilbeirat Gartenstadt geschildert hat. Kunz fordert in seinem Brandbrief Maßnahmen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen.

Die Krux: Die klaren Regeln gibt es längst. In begrenzten Park- und Gartenanlagen müssen Hunde zur Abwehr von Gefahren grundsätzlich an der Leine geführt werden, bestätigt Heiner Falke vom zuständigen Grünflächenamt der Stadt. Feilke verweist dabei auf das Gefahrhundegesetz, macht aber auch klar, dass die Stadt es nicht allzeit und überall überwachen und durchsetzen kann. Wichtig: Die Leinenpflicht gilt auch in solchen Parkanlagen, in denen sie nicht ausdrücklich durch Schilder eingefordert wird. Unabhängig davon soll das TBZ jetzt überprüfen, ob im Osterhofpark – wie von Kunz gefordert – zusätzliche Schilder aufgestellt werden sollen, die auf die Leinenpflicht hinweisen.

STANDPUNKT

Der beste Schutz ist die Vernunft

Wer kennt das nicht? Beim Spaziergang oder Joggen durch den Park oder Wald kommt plötzlich ein fremder Hund angeschossen, schnüffelt  an den Beinen,  will mit seinen matschbekleckerten Pfoten Pfötchen geben, oder erwartet gar freudig an einem hochspringend ein Leckerli. Von Glück kann dann noch sagen, wer   von irgendwo  aus der Ferne  her   einen Zuruf vernimmt: „Keine Angst, der will nur spielen!“ – „Ich aber nicht“, ist man leicht geneigt zu antworten! Das ist  eine Gruppe von Hundehaltern.

Es gibt auch die andere. Die, die ihren vierbeinigen Freund mit einem leisen Pfiff zur Ordnung oder an die eigene Seite beordert,  wenn sich auf dem Weg  ein Fremder nähert. Oder  ihn vorsorglich am Halsband hält, bis der hechelnde Jogger  wieder in sicherer  Entfernung verschwunden ist. Gäbe es nur die zweite Gruppe, wäre der Leinenzwang im  Park überflüssig,  und dank Herrchens Vernunft hätte Waldi mehr Freiheiten. Aber das ist wohl nur Wunschdenken, oder?

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