zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

26. Juli 2017 | 00:50 Uhr

Feuer: : Hundegebell weckt Bewohner

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

An der Schulstraße ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Zehn Menschen kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus

Neumünster | Das hätte auch ganz schlimm ausgehen können: Bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Schulstraße in Tungendorf wurden in der Nacht zu Montag neun Menschen verletzt – darunter vier Kinder. Sie mussten zum Teil mit dem Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus gebracht werden.

Als die Retter gegen Mitternacht am Einsatzort eintrafen, stand das hölzerne Treppenhaus des zweistöckigen Gebäudes lichterloh in Flammen. Die Bewohner waren durch das Bellen eines Hundes geweckt worden und schafften es gerade noch, sich ins Freie zu retten.

Mit schwerem Atemschutz und unter dem Einsatz von zwei C-Rohren arbeiteten sich die Feuerwehrleute durch das Treppenhaus. „Die hölzerne Treppe lieferte dem Feuer reichlich Nahrung“, notierte Einsatzleiter Carsten Voß in seinem Bericht. Die Löscharbeiten verhinderten, dass das Feuer auf die insgesamt vier Wohnungen übergreifen konnte. Das Haus ist aber zurzeit unbewohnbar.

Im ersten Obergeschoss fanden die Feuerwehrleute eine völlig verängstigte Katze. Das Tier wurde mit Sauerstoff und Streicheleinheiten soweit versorgt, dass es in einer Transportbox von einem Streifenwagen zum Tierarzt gebracht werden konnte.

Die Kriminalpolizei beschlagnahmte die Brandstelle und begann noch in der Nacht mit den Ermittlungen. Eine Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Tanita Wegener (21) und ihre Schwester Kristin (25) wohnen im Haus gegenüber und wurden als mögliche Zeugen befragt. „Wir sind wach geworden, weil mein Hund Capo anschlug, da der Hund gegenüber bellte“, sagte Kristin Wegener. Aus dem Fenster habe sie schon den Qualm gesehen und sei dann mit einer Decke zum Helfen gekommen. „Ein kleines Mädchen fror, war aufgeregt und ängstlich“, sagte Kristin Wegener. Dass ein Brandstifter am Werk gewesen sein könnte, weil das Feuer im Treppenhaus entstand und die Haustür nicht abgeschlossen war, findet sie erschreckend: „Nicht auszudenken, wenn der Hund nicht angeschlagen hätte. Die haben ja alle geschlafen.“

Um 13.23 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem weiteren Einsatz gerufen. Ein Feuer in einer Küche im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Lornsenstraße konnte der Wohnungsinhaber zwar selbst löschen, aber er zog sich dabei eine Rauchvergiftung zu. Er wurde vom Notarzt versorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Den dritten Feueralarm gab es um 15.14 Uhr. An der Max-Eyth-Straße brannte es in einem Nebenraum einer Spielhalle. Die Feuerwehr musste Türen aufbrechen, um an den Brandherd heranzukommen. Die Flammen konnten dann relativ schnell eingedämmt werden.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 08:22 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen