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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 10:30 Uhr

Vortrag : Hundefreunde erfuhren viel Neues

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

90 Zuhörer kamen zum Vortrag der Verhaltensforscherin Dr. Dorit Feddersen-Petersen / Einnahmen bekommt der Tierpark für den Dingo Kami

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2017 | 16:41 Uhr

Neumünster | „Ein Haus ist kein Zuhause, solange kein Hund darin wohnt“, lautet ein Sprichwort, und das würden sicher viele der 90 Besucher bestätigen, die am Donnerstagabend zum Benefiz-Vortrag „Hunde und ihre Menschen“ der bekannten Verhaltensforscherin Dr. Dorit Feddersen-Petersen ins Bistrorant des Tierparks gekommen waren.

 Anlass der Veranstaltung: Seit vier Wochen wohnt der Dingo-Rüde Kami im Tierpark (der Courier berichtete). Der Wildhund wurde 2006 in Gotha geboren, kam dann als Welpe  nach Kiel in den (damaligen) Forschungsbereich  von  Dorit Feddersen-Petersen. Als ihr Institut für Haustierkunde 2011 aufgelöst wurde und die Dingo-Gruppe auf mehrere Zoos verteilt wurden, begann für Kami eine Odyssee.  Kami, zwei weitere Rüden und eine Hündin konnten nicht in fachliche Hände abgegeben werden. Nun ist er aber wohlbehalten im Tierpark angekommen. Das Eintrittsgeld von 25 Euro pro Person für den Vortrag kommt ihm zugute; die Referentin verzichtete auf ein Honorar.

In ihrem unterhaltsamen Vortrag lieferte die Verhaltensbiologin und Hundekennerin erstaunliche Erkenntnisse über das in 40000 Jahren gewachsene Verhältnis zwischen Hund und Mensch. „Der Mensch ist das A und O für den Hund, Artgenossen sind sekundär“, erläuterte die Wissenschaftlerin. Anhand von Bild-und Tonmaterial zeigte sie, wie stark der Vierbeiner sich dem Menschen angepasst hat.

 So zeigte sie Filme von Hunden, die ihre Menschen zur Begrüßung freudig anlächeln. Amüsiert und gerührt nahmen die Zuhörer  zur Kenntnis, dass dieser Emotionsausdruck nur dem geliebten Zweibeiner gilt: „Sie lächeln nur Menschen an. Andere Hunde reagieren konsterniert, wenn das aus Versehen mal passiert.“ Lächelnde Hunde fand eine Studie besonders häufig unter anderem bei Dalmatinern, Bullterriern und Border Collies. Wölfe beherrschen diesen Ausdruck nicht, dafür sind sie Mimik-Spezialisten. So könne sich der wilde Vorfahre der Haushunde mit 60 verschiedenen Gesichtsausdrücken verständigen; unser zahmer Hund habe, je nach Rasse, etwa acht bis zwölf in petto. Dafür haben sie das Bellen ausgefeilt: „Das ist nicht nur blödes Wau Wau, sondern sehr differenziert“, sagte Dorit Feddersen-Petersen.

Die tiermedizinische Fachangestellte Vivien Jeschkeit kam extra aus Bad Bramstedt, um sich Dorit Feddersen-Petersen anzuhören. „Das war ein toller Vortrag. Ich habe zu Hause einen Pointer-Mischling aus Griechenland und fühle mich nun animiert, ihn noch besser zu beobachten. Hunde und Menschen sind seelenverwandt, sie geben wahnsinnig viel zurück“, meinte sie.

 Dorit Feddersen-Petersen rät übrigens als Basis für eine liebevolle und gesunde Hund-Mensch-Beziehung: „Wichtig ist eine vernünftige Erziehung. Und viel gemeinsame Zeit, etwa für Spaziergänge mit anderen Menschen und Hunden.“

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