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Feuer : Hunde retteten ihre Menschen und kamen in den Flammen um

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Willingrade: Mutter und Tochter konnten sich gerade noch aus dem Haus retten

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Bei einem Hausbrand sind am frühen Sonnabendmorgen in Willingrade zwei Hunde verendet. Tragisch: Sie hatten zuvor so laut gebellt, dass ihre beiden Menschen wach wurden und sich aus dem Haus retten konnten. Mutter (30) und Tochter (8) kamen dadurch mit leichteren Verletzungen davon, waren aber gestern noch im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster.

Für Lennart Mielke war es der erste Einsatz als Ortswehrführer – und dann gleich bei der eigenen Schwester. „Ihr und meiner Nichte geht es den Umständen entsprechend gut. Das Mädchen ist natürlich wegen der Hunde sehr traurig. Aber es hätte auch anders kommen können“, erklärte Mielke, der den Einsatz der mehr als 100 Feuerwehrkräfte leitete, zum Courier. „Natürlich hätte ich mir das anders gewünscht als bei meiner Schwester. Doch nun war das eben so, und so habe ich die Leitung übernommen. Die Unterstützung der Kameraden war super. Die Zusammenarbeit hat echt gut funktioniert“, sagte er gestern.

Gegen 6.45 Uhr wurden seine Schwester und die Tochter in ihrem Haus an der Dorfstraße vom Gebell der Hunde geweckt. Sie rief sofort über 112 die Feuerwehr an. Zeitgleich fuhr der Soldat André Brokmann (34) aus Schmalensee dort vorbei; er war auf dem Weg zum Dienst in der Boostedter Rantzau-Kaserne und hielt sofort an. Nachdem sich die Bewohnerinnen mit seiner Hilfe aus dem ersten Stock gerettet hatten, trat der Stabsunteroffizier noch die Tür ein, um nach den Hunden zu suchen. „Die waren aber nicht mehr zu hören. Der Qualm im Haus war auch zu stark, um das Haus noch betreten“, berichtete er. Dass er angehalten habe, sei für ihn selbstverständlich. „Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Ich wünsche den beiden viel Glück und dass es gut für sie weitergeht“, sagte der Soldat, der selber Familie hat.

Angerückt waren die Feuerwehren aus Willingrade, Kleinkummerfeld, Groß Kummerfeld, Latendorf, Braak und Rickling. Ausgerückt war zudem die Gefahrguterkundungseinheit der Amtswehr. Außerdem waren Rettungskräfte sowie auch ein Notarzt vor Ort. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle und löschte unter schwerem Atemschutz im Innenangriff die Flammen. Mit Wärmebildkameras wurden Glutnester ausfindig gemacht, und das gesamte Haus wurde belüftet.

Zur Brandursache konnte Wehrführer Mielke gestern noch keine Angaben machen. Auch die Schadenshöhe war für ihn noch nicht zu schätzen. „Auszuschließen ist auf jeden Fall eine zunächst vermutete Gasexplosion. Das Haus wird auch wieder bewohnbar werden“, sagte Mielke und korrigierte anderslautende Meldungen.

 

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