Neumünster : Humboldt-Schüler bauen Mini-Flitzer

Die Tüftler Bénédict Gebauer (von links), Josefine Kaak, Yannick Damerow und Konstantin Brodmeier haben ihren Mini-Flitzer fast fertig und hoffen auf eine gute Platzierung beim Landesentscheid.
Foto:
Die Tüftler Bénédict Gebauer (von links), Josefine Kaak, Yannick Damerow und Konstantin Brodmeier haben ihren Mini-Flitzer fast fertig und hoffen auf eine gute Platzierung beim Landesentscheid.

Vier Teams des Gymnasiums beim Technikwettbewerb „Formel 1 in der Schule“.

shz.de von
25. Januar 2018, 10:00 Uhr

Neumünster | Materielle Preise winken nicht beim Technikwettbewerb „Formel 1 in der Schule“. Das Prestige und der Gewinn an Kompetenz seien jedoch nicht hoch genug einzuschätzen, sagt Sven Schmidt, Physiklehrer an der Alexander-von-Humboldt-Schule.

Dort hat der vom Arbeitgeberverband Nordmetall ins Leben gerufene Wettbewerb schon Tradition. Seit 2010 nehmen die Einfelder teil – in diesem Jahr mit vier Teams. Josefine Kaak (17) und ihre Mitstreiter Bénédict Gebauer (17), Yannick Damerow (17) und Konstantin Brodmeier (16) nennen sich Team Kairos und wollen sich am 9./10. Februar bei den Regionalmeisterschaften in Elmshorn für den Bundesentscheid qualifizieren.

Die Aufgabe ist für alle 27 Teams aus Schleswig-Holstein gleich. Es geht darum, einen Miniaturrennwagen zu konstruieren, zu bauen und im Wettkampf zu präsentieren. „Man kann sich das wie eine Automesse im Miniaturformat vorstellen“, sagt Lehrer Schmidt. Und für dieses Projekt haben die Einfelder Schüler und Technikfreaks schon hunderte von Arbeitsstunden in der AG investiert.

Die Humboldt-Schule hat zwar – ungewöhnlich genug – eine schuleigene CNC-Fräse. „Doch so filigran, wie wir es benötigen, kann das unsere Fräse nicht“, sagt Yannick. „Die Toleranzen sind sehr niedrig, es kommt auf kleinste Details an“, betont Josefine.

Die Tüftler vom Kairos-Team lassen daher nach ersten Vorstufen ihren Prototyp und dann auch ihr Rennauto bei einem Profibetrieb fertigen: Die Firma Knierim Yachtbau in Kiel ist wie Oerlikon Neumag Hauptsponsor des Quartetts von der Humboldt-Schule.

Konstantin ist der Konstrukteur im Team und erklärt, worauf es bei dem Auto aus PU-Kunststoff ankommt: „Es soll sehr aerodynamisch sein und möglichst wenig Luftwiderstand bieten.“ Alle Teile werden mit einem CAD-Programm in 3-D-Ansicht selbst konstruiert und dann aus einem Kunststoffblock ausgefräst. „Die Räder und andere Kleinteile werden in einem 3-D-Drucker hergestellt“, sagt Yannick.

Angetrieben werden die Flitzer von einer Gaspatrone. Bénédict: „Am Start gibt es wie bei einem echten Formel-1-Rennen eine Ampel.“ Gestartet wird per Joystick, der einen Nagel auslöst, der in die Patrone schlägt. Der Gasschwall befördert das Rennauto dann in gut einer Sekunde über 20 Meter. Die Zeit im Ziel wird mit Hilfe einer Lichtschranke ermittelt.

Es kommt im Wettbewerb nicht nur auf Tempo an. Josefine: „Wir müssen das Auto auch im Team präsentieren, machen Pressearbeit und bauen gerade unseren Messstand.“ Die Sponsoren haben die vier Schüler selbst angesprochen. Kurz: Sie zeigen Initiative, ein wichtiges Ziel des Wettbewerbs.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen