Bimöhlen : Hubschrauber-Absturz: Co-Pilot machte entscheidenden Fehler

Die Ursache für den Absturz ist geklärt: Das Unglück nahm ihm Schwebeflug seinen Lauf.

shz.de von
05. Mai 2016, 20:00 Uhr

Bimöhlen | Der Absturz des Bundespolizeihubschraubers am 25. Februar in Bimöhlen (Kreis Segeberg) ist wahrscheinlich durch eine falsche Reaktion des Co-Piloten (32) verursacht worden, der den Eurocopter geflogen hatte. Das geht aus dem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hervor.

Der Hubschrauber habe sich in einem seitlichen Schwebeflug befunden, als er plötzlich ungewollt begann, sich nach rechts um die Hochachse zu drehen und in nur zwölf Sekunden aus 121 Metern Höhe zu Boden stürzte. Der Pilot (33) und der Systemoperator (42) starben.

Der Bericht hebt hervor, dass der Eurocopter EC 135 keinen herkömmlichen Heckrotor hat, sondern ein sogenanntes Fenestron, das im Schwebeflug kräftigere Steuerbefehle braucht. Der Hersteller empfiehlt, das linke Pedal gegebenenfalls bis zum Anschlag zu treten, sollte es im Schwebeflug zu einer ungewollten Rechtsdrehung kommen.  Als über Bimöhlen eine solche Drehung begann, rief der Copilot: „Oh, ups“ und trat ins linke Pedal – aber nicht sehr kräftig, die Drehung stoppte nicht.  

Bundesinnenminister Thomas de Maizière war nach dem Absturz nach Bimöhlen gekommen.
Foto: Wüst

Thomas de Maizière in Bimöhlen.

 

Danach zeichnete die Blackbox einen weit kräftigeren Tritt ins rechte Pedal auf. Der Pilot neben ihm schrie: „Fahrt, Fahrt, Fahrt ...“ Die Bundespolizei-Fliegerstaffel hat jetzt an ihre Besatzungen die Order ausgegeben, bei Wärmebildkamera-Missionen zu prüfen, ob ein Schwebeflug wirklich notwendig ist.

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