Neumünster : Hospiz: Neue Leitung und viele Ideen

Gabriele Semrau (zweite Vorsitzende, von links) und Günter Humpe-Waßmuth (Vorsitzender) begrüßen Julia Hertz-Kleptow als neue Leiterin des ambulanten Hospiz-Dienstes und Klaus Selck als Schatzmeister.
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Gabriele Semrau (zweite Vorsitzende, von links) und Günter Humpe-Waßmuth (Vorsitzender) begrüßen Julia Hertz-Kleptow als neue Leiterin des ambulanten Hospiz-Dienstes und Klaus Selck als Schatzmeister.

Julia Hertz-Kleptow übernimmt für Petra Marré. „Neumünsteraner Modell“ soll aufgebaut werden.

shz.de von
17. Mai 2018, 15:25 Uhr

Neumünster | Bei der Hospizinitiative ist in diesem Jahr einiges geplant. Erste Neuerung ist die personelle Veränderung an der Spitze des Vereins.

Nachdem Petra Marré zum 31. Dezember 2017 als Leiterin des ambulanten Pflegedienstes zurückgetreten war, wurde ein Nachfolger gesucht. „Petra wollte wieder stärker an die Basis“, erklärt der Vorsitzende Günter Humpe-Waßmuth die Entscheidung. Mit Julia Hertz-Kleptow hat man nun jemanden gefunden, der die Aufgaben übernehmen wird. Seit dem 1. April leitet die Krankenschwester die Geschicke der Initiative. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit ihr jemanden gefunden haben, der beide Seiten kennt“, so Humpe-Waßmuth.

Damit meint er, dass Julia Hertz-Kleptow sowohl die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin abgeschlossen hat als auch sechs Jahre auf der Palliativstation ihren Dienst als Krankenschwester verrichtete. „Ich habe in der Zeit viele Erfahrungen gesammelt“, sagt die neue Leiterin. Sie möchte ihr Augenmerk auf die Arbeit mit Kindern richten. „Es gibt bisher niemanden, der konkret für diese spezielle Trauerarbeit ausgebildet ist“, sagt sie. Das möchte sie mit Schulungen für die Mitarbeiter auffangen. „Man kann nicht erst auf die Kinder zugehen, wenn ein Elternteil verstorben ist. Man muss vorher eine Beziehung aufbauen“, so die Leiterin.

Unter ihrer Federführung sollen in diesem Jahr einige neue Idden verfolgt werden. So soll ein „Neumünsteraner Modell“ aufgebaut werden. „Wir sind mit dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus und allen zwölf Alten- und Pflegeheimen der Stadt im Gespräch, um die Kooperation auszubauen“, erklärt Humpe-Waßmuth. Sollte diese Kooperation so funktionieren, wie sich der Vorsitzende das vorstellt, könnte der Bau eines stationären Hospizes zu den Akten gelegt werden.

Wie genau diese intensivere Kooperation aussehen soll, werde sich in Gesprächen zeigen. „Ziel ist, dass bis zum Ende des Jahres ein Konzept steht“, so der Vorsitzende. 70 Prozent der Menschen würden nicht zu Hause sterben. Aber auch diejenigen, die im Altenheim sterben, bräuchten Begleitung. Durch die Kooperation könnte diese Aufgabe von der Initiative übernommen werden.

Zudem ist vom 13. bis 19. Oktober eine Hospiz- und Palliativwoche geplant. Unter dem Motto „Das Sterben gehört zum Leben“ sind in der Zeit Veranstaltungsabende geplant, die auf die Arbeit der Initiative aufmerksam machen. Neben der leitung gibt es eine weitere Personalie: Klaus Selck ist der neuen Schatzmeister . „Ich war früher Steuerberater und 40 Jahre lang Bestatter, die Kombination wird helfen“, so Selck.

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