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Mensch des Jahres : Horst Schrinner: „Alle hätten es verdient gehabt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Als stellvertretender Minsiterpräsident lobte Robert Habeck das Wirken des Neumünsteraners mit einer vielbeachteten Rede

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 06:45 Uhr

Neumünster | Seine Dankesworte waren kurz, knackig und typisch für Horst Schrinner (73): „Der Wettbewerb heißt ,Menschen des Jahres’. Und alle Kandidaten hier haben einen hervorragenden Job gemacht. Alle hätten die Auszeichnung verdient gehabt.“ Auf Schloss Plön wurde der Gadelander gestern als Schleswig-Holsteins „Mensch des Jahres 2014“ geehrt. Er wurde davon völlig überrascht und fühlte sich sehr geehrt, wie er sagte.

Ausgezeichnet wurde er für sein Engagement für Kinder in Neumünster – indem er beispielsweise Marmeladen kocht und verkauft und auf den Turmkonzerten an Heiligabend Geld sammelt (der Courier berichtete).

Der stellvertretende Ministerpräsident Robert Habeck hielt eine sehr schöne Laudatio auf den Preisträger. „Ich stelle mir diese Konzerte großartig vor, wenn die Mieter ihre Wohnungen für die Musiker öffnen und die von oben den Großflecken beschallen. Herr Schrinner, Sie haben Neumünster einen Pol gegeben, um an Heiligabend innezuhalten und sich für das Fest zu sammeln“, sagte Habeck.

Mit dem Spendengeld Kinder einzukleiden, die in sozial schwächeren Familien leben, ist in den Augen von Habeck eine unschätzbar gute Tat. „Satt sein, einen warmen Schal haben, das ist das eine. Aber die Anerkennung und Wertschätzung, die daraus folgt – die hat keinen Preis“, sagte Habeck und erhielt am Ende viel Applaus – fast soviel wie Horst Schrinner selbst. Er steht jetzt in einer Reihe mit Preisträgern wie Günther Fielmann (2002) und Rolf Heidenberger (2005).

In der 13-jährigen Geschichte der „Menschen des Jahres“ kam der Landessieger schon einmal aus dem Verbreitungsgebiet des Couriers: David Vuvan (34) wurde 2008 gewählt. Er wohnte damals im christlichen Lebenshilfehaus Bethel in Krogaspe, um von den Drogen loszukommen. Am 10. Juni 2008 löste er mit zwei Kollegen einen Haushalt in Neumünster auf. Zwischen Müllbergen stieß er auf einen Wäschetrockner, darin fünf Kulturtaschen – gefüllt mit 120  000 Euro. Doch statt sie einzustecken, gab er alles bei seinem Arbeitgeber ab, der es an die Erben weiterreichte.

Wie alle früheren Titelträger war auch David Vuvan gestern nach Plön eingeladen und gern gekommen. „Ich lebe schon lange wieder im Erzgebirge. Ich kann nicht arbeiten, weil ich mein herzkrankes Kind pflege. Aber es geht mir gut. Meine Entscheidung von damals war und bleibt richtig. Gott versorgt mich mit allem, was ich brauche“, sagte er gestern zum Courier.

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