Gedenkfeier : Hommage mit 100 Freunden

Stellvertretend für seine vielen Freunde und Fans nahmen sie Lothar Heinz noch einmal in ihre Mitte: Dieter Milkereit (von links), Wolfgang Schütz, Frank Juds, Hanne Heinz, Manfred Kaack, Waltraut Brommann und Klaus Reumann.
Stellvertretend für seine vielen Freunde und Fans nahmen sie Lothar Heinz noch einmal in ihre Mitte: Dieter Milkereit (von links), Wolfgang Schütz, Frank Juds, Hanne Heinz, Manfred Kaack, Waltraut Brommann und Klaus Reumann.

Wegbegleiter und Offizielle gedachten des verstorbenen NBN-Bühnenleiters Lothar Heinz.

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01. Juni 2015, 06:45 Uhr

Neumünster | Da, wo sich vor 16 Jahren Lothar Heinz‘ Traum von einer eigenen Bühne verwirklichte, fand die Gedenkfeier für den großen Bühnenleiter der Niederdeutschen Bühne Neumünster (NBN) statt. 100 Freunde, Bewunderer und Familienmitglieder waren am Freitagabend im NBN-Studiotheater in der Klosterstraße 12 zusammen gekommen, um gemeinsam zu trauern, zu schmunzeln und ihre Hochachtung für den leidenschaftlichen Verfechter der plattdeutschen Bühnenkunst zum Ausdruck zu bringen.

Am 18. April war Lothar Heinz im Alter von 87 Jahren gestorben, nun, sechs Wochen später, gedachten seine Wegbegleiter der großen Lebensleistung des Neumünsteraners. Und die sahen die Redner nicht nur in seinem Schaffen vor, auf und hinter der Bühne.

Für viele war Lothar Heinz im Laufe der Jahre ein Freund und Gegenüber geworden, dem man sich stellen musste. „Man musste ihn nie fragen, wie er das meine. Was er meinte, sagte er auch so“, beschrieb Rainer Seidel, Geschäftsführer des Niederdeutschen Bühnenbundes, den gradlinigen Theaterenthusiasten. Nicht nur ein Mensch mit sehr klaren Vorstellungen, der sie alle geprägt habe, sei er gewesen, „auch geschmunzelt hat er sehr gerne – über sich und andere“, sagte Frank Juds. „Diese Eigenschaft sollten wir in Ehren halten“, so der stellvertretende Bühnenleiter in seiner Ansprache.

Ensemblemitglied Wolfgang Schütz zeichnete noch einmal den Lebensweg des Verstorbenen nach. Trotz mancher Hürden, die es in seine Laufbahn auf und hinter der Bühne zu nehmen galt, blieb Heinz stets zuversichtlich. „Dat lehrt sik!“ (Das kann man lernen), ermunterte er alte Hasen, wie junge Grünschnäbel.

Einen sehr berührenden Ton schlug Dieter Milkereit an. In seiner plattdeutschen Rede hob er Lothar Heinz‘ Verdienst für die niederdeutsche Sprache und das plattdeutsche Theater hervor. „Lothar hat der plattdeutschen Sprache einen Wert gegeben, dem sich keiner entziehen konnte“, sagte der heutige Bühnenleiter. „Es fehlte etwas, als sich Lothar vor elf Jahren zurückzog“, meinte Milkereit. In seiner Funktion als Leiter habe er Lothar Heinz deshalb vor einem Jahr gebeten, wieder Regie auf „seiner“ Bühne zu führen. „Lothar sagte zu, und auf einmal war es wieder da. Die Lücke war gefüllt“, beschrieb Milkereit seinen charismatischen Weggefährten.

Für dessen offizielle Ernennung zum Ehrenvorsitzenden blieb keine Zeit. Bevor die Urkunde ausgestellt werden konnte, starb Lothar Heinz. Am Freitagabend überreichten Frank Juds und Dieter Milkereit das Dokument posthum an seine Witwe Hanne Heinz.

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