Craft Beer aus Neumünster : Hommage an die alte Braukunst

Henning Freese (links) und Torsten Behrend lassen an der Wrangelstraße das Brauhandwerk wieder aufleben.
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Henning Freese (links) und Torsten Behrend lassen an der Wrangelstraße das Brauhandwerk wieder aufleben.

In der „Wittorfer Brauerei“ startete am Freitag an der Wrangelstraße 12 der offizielle Ausschank und Verkauf.

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06. Januar 2018, 14:00 Uhr

Fast elf Monate dauerte das Genehmigungsverfahren. Letzte Hürde waren die Prüfstatik und der Brandschutz. Doch jetzt haben es Henning Freese (37) und Torsten Behrend (53) geschafft: Gestern war in ihrer „Wittorfer Brauerei“ an der Wrangelstraße 12 der erste offizielle Ausschank und Verkaufstag.

Die beiden Neumünsteraner haben sich im Gewerbehof H.G. Schmidt einen Traum erfüllt und ihr Hobby zum Beruf gemacht. Ihre Philosophie: „Man kann sehen und miterleben, wie hier Bier gebraut und abgefüllt wird. Außerdem kann man es probieren und kaufen“, sagt Freese.

Die Wittorfer Brauer wollen vorerst mit einem Verkaufstag in der Woche starten. „Wir dürfen aber an drei Tagen ausschenken. Wir sind eine Probierstube, dürfen keine Kneipe sein. Aber das reicht uns, wenn wir künftig am Donnerstag, Freitag und Sonnabend geöffnet haben“, sagt Behrend. Die Neumünsteraner waren schon im Vorfeld ganz heiß und rannten den Brauern bei den Probeausschänken die Bude ein. Die Brauerei hat alles, was ein Brauhaus braucht. Das Equipment von den Gär- und Lagertanks über die Etikettiermaschine für den Aufdruck des Mindesthaltbarkeitsdatums bis zur Flaschenabfüllung ist komplett neu angeschafft. „Wir haben da ganz ordentlich investiert und experimentiert“, sagt Henning Freese, ohne Summen nennen zu wollen. Die Schankanlage der Probierstube hat zwölf Zapfhähne und zeigt damit die geplante Bandbreite. Die zehn Gärtanks haben eine Gesamtkapazität von 8000 Litern. Dazu sollen noch vier Ausschanktanks zu je 1000 Liter direkt über dem Tresen montiert werden.

Im Ausschank gibt es zurzeit acht Sorten. „Wir brauen aktuell unser Arbeiterbier, das ist das Hinselmann-Braunbier, wie es schon im 18. Jahrhundert am Großflecken gebraut wurde“, sagt Freese. Ab 1860 braute Hinselmann auch untergäriges Bier. Freese: „Das ist lagerfähig hieß deshalb Export.“ In der Wittorfer Brauerei wird es nach historischem Hinselmann-Vorbild „Jamaica“ genannt und hat 5,4 Prozent Alkohol. „Diese beiden Sorten brauen wir als Hommage an Neumünsters schöne alte Brautradition“, so Freese.

Das „Ping-Pong-Pils“ haben die beiden Tischtennisfans, die bei Blau-Weiß Wittorf auch Vereinsmeister im Doppel sind, ihrem Hobbysport gewidmet. „Trick 17 Devil’s Breakfast Simcoe/Citra“ ist ein hopfig-fruchtiges Pale-Ale. „Schickeria Münchner Dunkel“ hat 5,2 Prozent Alkohol. Richtig hochprozentig sind die Sorten „Daddeldu Citra/Mosaic“ mit 6,6 Prozent, das „Wittorfator“, ein dunkles Bock mit 6,7 Prozent, und „Kuddel Imperial Stout“ mit 7,5 Prozent Alkohol.

Weitere Biere sind in der Lagerung, etwa Mai-Bock. Freese: „Das braucht länger, wurde vor Silvester gebraut und ist Anfang April fertig.“ In der kommenden Woche wollen die Wittorfer sich an Hefeweizen versuchen. In der schönen Jahrsezeit soll es dann auch einen Biergarten geben.

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