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Holzvermarktung : Holz geht von Großharrie nach China

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Buchenholz aus Holstein ist weltweit gefragt. Stämme aus Großharrie werden bis nach Indien und China verschifft.

von
erstellt am 26.Jan.2016 | 09:00 Uhr

Grossharrie | Christian Schnoor, Geschäftsführer der Holzvermarktung der Forstbetriebsgemeinschaft Mittleres Holstein, ist zufrieden. Überall in den Bauern- und Privatwäldern wird zurzeit fleißig ausgesuchtes Stammholz geschlagen und zum Verkauf angeboten. Auch in den Großharrier Bauernwäldern, die hier noch ganz klassisch von einigen Landwirten bewirtschaftet werden, fand Schnoor Abnehmer für feinstes Buchenholz, das gute Preise verspricht.

Mit dabei war jetzt Holzaufkäufer Jost Hauskeller aus Rotenburg an der Wümme. Hauskeller kennt die Märkte. Mit geschultem Blick beurteilte der Holzfachmann, wofür sich welcher Stamm eignet und für welchen Zielhafen das Holz je nach Verarbeitung vorgesehen wird. Ob in China, Japan, Vietnam, Korea, Indien oder in der Türkei, das nordische Buchenholz ist weltweit gefragt. „Der ist etwas zu gedreht, der hat einen leichten Rotkern“, kommentierte Hauskeller beim Rundgang mit Schnoor den einen oder anderen Stamm. Stärke, Länge, Farbe, Struktur und Wuchs bestimmen den Preis. Bereits am Wegrand wurden die Zielhäfen für das Stammholz festgelegt. Ein Kreis mit der Farbsprühdose markiert das Ziel. Rot für Südchina, Gelb für Nordchina und Blau für Indien durfte Praktikant Achmed Mohammad Ibrahim Moustafa aus Syrien die Stämme markieren. Neben Buche und Eiche, die wegen der hohen Nachfrage zu etwa 70 Prozent im europäischen Markt bleibt, sind Kiefer, Esche und auch Pappel gefragt. „Die Hölzer aus den nordischen Wäldern werden unter anderem zu Fußbodendielen, Möbeln, Furnier oder Bootssperrholz verarbeitet“, sagt Schnoor. Neben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmt Nachhaltigkeit das Geschäft, meinte Hauskeller. PEFC und FSC, was für zwei Qualitätssiegel steht, sind heute nachgefragt und zieren am Ende der Kette die Produkte. „Und auch wenn die Nachfrage auf den asiatischen Märkten bestimmt durch die aktuelle Wirtschaftslage enger geworden ist, könnte gerade aus den Bauernwäldern sogar der eine oder andere Stamm mehr verkauft werden“, meinte Schnoor zum Angebot. Der Holzeinschlag verbessere letztlich die Qualität. „Es kommt Licht in die Bestände, und irgendwann wird ein Stamm auch nicht mehr besser“, meinte Schnoor. Dann könne lieber das Geld für hochwertiges Furnier- oder Möbelholz mitgenommen werden und neben den Brennholzerträgen die landwirtschaftliche Betriebsbilanz verbessern. Selbst der Fremdpersonaleinsatz rechne sich. Immerhin sei es heute nicht mehr jedermanns Sache, Starkholz wie 120 Jahre alte Buchen selbst zu fällen. Für die nächsten Jahre dürfe durch die Waldentwicklung noch mit einer Steigerung der Einschlagmengen gerechnet werden. „Bemerkenswert ist auch, dass Schleswig-Holstein mit knapp 12 Prozent Waldanteil zwar zu den waldärmsten Bundesländern gehört, dafür aber mit rund 61 Prozent Laubholzanteil einen Spitzenplatz einnimmt“, so Schnoor.
 





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