Neumünster : Holsten-Galerie: Entscheidung fällt in Etappen

Beratungsmarathon: Gleich drei Ausschüsse beraten über das Einkaufszentrum.

Avatar_shz von
09. März 2013, 09:52 Uhr

Neumünster | Mit einem wahren Beratungsmarathon in den Ausschüssen bereitet die Stadt die wichtige Ratsversammlung am Dienstag, 19. März, vor. Dort wird endgültig über den städtebaulichen Vertrag mit den Investoren ECE/HBB entschieden - und damit über den Bau eines Einkaufszentrums im Sager-Viertel ("Hol sten-Galerie") und über die künftige Verkehrsführung in der Innenstadt. Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro.

Heute bereits will die SPD auf ihrem Parteitag im Hog’n Dor eine Grundsatzentscheidung treffen. Es geht dann weiter mit einer Sondersitzung des Hauptausschusses am Dienstag, 12. März, um 19 Uhr im Neuen Rathaus (Zimmer 2.5). Neben dem Vertrag und dem "Masterplan Mobilität" für die Verkehrslenkung geht es auch um den entsprechenden Flächennutzungsplan, den Bebauungsplan für das Sager-Viertel und die Einbeziehung eines Abschnitts der Fabrikstraße ins Areal des Einkaufszentrums.

Nur einen Tag später, am Mittwoch, 13. März, tritt an gleicher Stelle um 17.30 Uhr der Finanzausschuss zusammen, um sich mit der Kostenkalkulation zu beschäftigen. Die Investoren wollen 1,55 Millionen Euro in Projekte wie den Umbau der Kreuzungen Gänsemarkt und Bahnhofstraße/Fabrikstraße stecken und sich mit einer weiteren guten Million am Adenauer-Platz vor dem Bahnhof, am Ausbau des Rings und an einem neuen Parkleitsystem beteiligen.

Mit den einzelnen Vertragspassagen wird sich dann auch der Bauausschuss am Donnerstag, 14. März, um 18 Uhr im Restaurant der Holstenhallen beschäftigen. So wird beispielsweise für die Geschäfte im Einkaufszentrum für fünf Jahre eine 50-Prozent-Quote von Neuansiedlungen gefordert - damit soll der Umzug bestehender Geschäfte in die neue "Holsten-Galerie" begrenzt werden. Zudem wird, weil die Verbindung zum Bahnhof gekappt ist, ganz offiziell eine "Durchwegung" des Einkaufscenters während der Öffnungszeiten auch für Nichtkunden vorgeschrieben.

Ausführlich geht die Vorlage der Verwaltung auch auf die einzelnen Umbauten in der Innenstadt ein. Die Veränderung etwa des Konrad-Adenauer-Platzes gilt als "unumgänglich". Dabei muss die Variante mit dem ovalen Kreisverkehr noch gar nicht die endgültige Lösung sein, "da sich die Bauarbeiten langwieriger gestalten können und gegebenfalls noch Zustimmungen von außerhalb einzuholen sind".

Das Verkehrskonzept für die Innenstadt sieht eine Verkehrsberuhigung auf dem Großflecken vor. Zur Diskussion stehen die Aufstellung von Verbotsschildern ("weiche Lösung") oder sogar eine Durchfahrtssperre ("harte Lösung"). Oberbürgermeister Tauras will einen mehrmonatigen Testlauf starten, um bis zum Ende des Jahres belastbare Ergebnisse zu präsentieren - auch darüber wird der Bauausschuss beraten. Die direkte Nachbarschaft zum Zob und zum Bahnhof könnte sich als Vorteil für die Investoren erweisen. Die Zahl der Pflicht-Parkplätze wird nämlich um ein Drittel reduziert, weil wohl viele Kunden mit Bus und Bahn anrollen.

Die Verwaltung geht auch auf die Kritik ein, die Beteiligung der Investoren falle insgesamt zu niedrig, der Anteil der Stadt zu hoch aus. Dem wird entgegengehalten, dass die lange Projektzeit von über fünf Jahren Mehrkosten für Grundstückssicherung, Mietausfälle, Entschädigungen und Planungskosten verursacht habe. Wörtlich heißt es: "Dies führte auf Investorenseite zu kostenreduzierenden Umplanungen, um die Wirtschaftlichkeit des Projektes erhalten können."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen