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Jugendhilfeausschuss : Hoher Krankenstand in den Kitas führt zu Engpässen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kreiselternvertretung fragte nach. Stadt hofft auf besseren Personalschlüssel bei den Elementargruppen.

Neumünster | Die Kreiselternvertretung der Kitas sorgt sich um Personalengpässe wegen des Krankenstands in den Kindertagesstätten der Stadt und der freien Träger. „Eltern haben wegen der vielen Ausfälle ihren Unmut an uns herangetragen“, begründete Birgit Petschner eine entsprechende Anfrage an den Jugendhilfeausschuss. Er tagte am Dienstagabend im Rathaus.

Dem Wunsch nach einer detaillierten Auflistung konnte der Fachdienst Jugend schon aus Gründen des Datenschutzes nicht nachkommen. Aber auch anonymisiert sind die Zahlen aussagekräftig. Alle 22 Träger der 36 Kitas in Neumünster wurden angeschrieben. 14 Träger mit 25 Kitas antworteten, fünf ganz konkret, indem sie die Ausfallzeiten wegen Krankheit in das Verhältnis zur Sollarbeitszeit setzten. Im Schnitt lag der Personalausfall bei 7,4 Prozent, der höchste Wert wurde mit 8,5 Prozent angegeben.

Das ist ein Wert, der über den zu Grunde gelegten Vertretungspauschalen liegt. Sie ist in Kitas insgesamt mit knapp 12 Prozent der Stunden veranschlagt. Darunter fallen aber auch die Stunden für Fortbildungen. 6,6 Prozent sind für Krankheitsvertretungen angesetzt, erläuterte Fachdienstleiter Jörg Asmussen. Doch das schwankt sehr stark von Kita zu Kita. Als eine von mehreren Ursachen dafür wurde von den Kitas auch der hohe Hilfebedarf von Eltern in sozialen Brennpunkten genannt. Das belaste die Mitarbeiter, ebenso der Lärm und hohe Verantwortungsdruck.

Abhilfe könne der vermehrte Einsatz von Springkräften schaffen. Auch eine Aufstockung des Vertretungspools und des Personalschlüssels allgemein und speziell in Brennpunkt-Einrichtungen wurden genannt. „Wir warten hier auf einen Erlass des Landes, das den Personalschlüssel bei Elementargruppen mit mehr als sieben Stunden Betreuungszeit pro Tag erhöhen will“, sagte Jörg Asmussen. Bislang sind hier pro Gruppe eine volle Erzieherstelle und eine halbe Stelle für die sozialpädagogischen Assistenten als Zweitkraft vorgesehen. Dieser Schlüssel soll – so die Planung – auf zwei Stellen ausgeweitet werden.

Hoffnung auf finanzielle Unterstützung für den Kita-Bereich darf sich die Stadt auch wegen des Kommunalinvestitionsfonds machen. Ihr stehen insgesamt 7,16 Millionen Euro zu. Die Verwaltung will 250  000 Euro Fördermittel für die energetische Sanierung der Kita Wittorf beantragen. Auch die energetische Sanierung der Elly-Heuss-Knapp-Schule an der Bachstraße soll zur Förderung angemeldet werden; hier hofft die Stadt auf 945  000 Euro Zuschuss.

Auch in der Gartenstadt und in Einfeld sollen Kitagebäude aus- beziehungsweise neu gebaut werden. Der Jugendhilfeausschuss gab grünes Licht für das Raumprogramm. Damit ist die Grundlage geschaffen, dass die Bauexperten losplanen können.

Einhellige Zustimmung gab es auch für die Teilnahme an den Bundesprogrammen „Sprach-Kita“ und „Kita Plus“. Ziel bei Letzterem sind flexiblere Kita-Öffnungszeiten. Vier Kitas haben sich beworben und wollen ihre Betreuungszeiten am frühen Morgen und am Abend ausdehnen. „Falls die Politik zustimmt, werden wir gemeinsam mit Partnern, etwa aus der Wirtschaft, ein Konzept erstellen“, sagte Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth.  

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erstellt am 11.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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