Neumünster : Hohe Außenstände: Detlef Alpen insolvent

Das Traditionsunternehmen an der Altonaer Straße 151 ist in Schieflage geraten.
Das Traditionsunternehmen an der Altonaer Straße 151 ist in Schieflage geraten.

Das Neumünsteraner Bauunternehmen plant die Sanierung in Eigenverwaltung. 50 Beschäftigte erhalten Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur.

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07. März 2018, 08:15 Uhr

Neumünster | Hohe Außenstände aus weitgehend abgeschlossenen Bauprojekten haben das Neumünsteraner Bauunternehmen Detlef Alpen in Schwierigkeiten gebracht. Die Firma mit Sitz an der Altonaer Straße hat deshalb am Montag beim Amtsgericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.

Als Sanierungsgeschäftsführer wurde der Kieler Rechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber mit in die Geschäftsführung berufen. Zur vorläufigen Sachwalterin hat das Gericht Ute Nitschke von der Anwaltskanzlei Brinkmann & Partner bestellt.

Als Generalunternehmer erstellt die Firma Alpen mit knapp 50 Beschäftigten seit 1950 schlüsselfertige Bauten sowie Rohbauten in Schleswig-Holstein und Hamburg.

Hauptgrund für die Insolvenz seien Außenstände bei verschiedenen privaten Bauvorhaben. Für diese wurden teilweise siebenstellige Rechnungen noch nicht vollständig beglichen. „Wir halten die Forderungen für überwiegend begründet“, sagt der Sanierungsexperte und Anwalt Schmid-Sperber. „Leider wird deren Realisierung einige Zeit in Anspruch nehmen. Da es sich aber lediglich um eine Zahlungslücke handelt, bin ich optimistisch, dass der bislang profitable Familienbetrieb saniert werden kann.“ Auch die Alpen-Geschäftsführerin Helga Zachow ist zuversichtlich: „Die gute Baukonjunktur spielt unseren Bemühungen in die Karten.“ Alle begonnenen Bauvorhaben würden vorerst weitergeführt. In Neumünster hat Detlef Alpen etwa 2010/11 das Wohn- und Ärztehaus an der Einfelder Dorfstraße gebaut. Jüngstes Referenzobjekt ist der Neubau des Hallenbads der Stadtwerke mit dem Cabriodach.

Die Löhne und Gehälter der insgesamt rund 50 Beschäftigten werden für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung unterscheidet sich von anderen Insolvenzverfahren insofern, als die Geschäftsführung rechtlich in vollem Umfang handlungsbefugt bleibt, das Unternehmen aber gleichzeitig Gläubigerschutz genießt.

Im Alpen-Verfahren begleitet der Insolvenzrechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber die Sanierung gemeinsam mit der bisherigen Geschäftsführung von innen. Die vorläufige Sachwalterin Nitschke überwacht das Verfahren hingegen als übergeordnete Instanz von außen und überprüft die gesetzeskonforme Abwicklung des Verfahrens.

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