zur Navigation springen

Rendswühren : Hof Viehbrook: Hammer und Amboss kommen wieder zum Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ab März heizt hier der Bönebütteler Schmied Gerrit Goldmann wieder die Esse an.

Rendswühren | Die alten Schwarz-Weiß-Bilder von Hofbetreiberin Kirsten Voß-Rahe zeigen muskelbepackte sehnige Männerarme, die von der harten Arbeit mit Hammer und Amboss ausgearbeitet und das Zupacken gewohnt sind. Vor der alten Schmiede von Hof Viehbrook hält der Bierwagen. Geduldig warten die Pferde auf das Abladen der Fässer. Andere Vierhufer warten daneben angebunden vor der Schmiede auf einen neuen Hufbeschlag. All das ist auf den alten Bildern zu sehen. Und einiges davon soll jetzt in der alten Schmiede wieder erlebbar werden. Ab März heizt hier der Bönebütteler Schmied Gerrit Goldmann wieder die Esse an.

Bereits seit 2012 ist ein Teil der alten Viehbrooker Schmiede als Trauzimmer eingerichtet. In dem historischen Gebäude können sich seitdem Paare über das Amt Bokhorst-Wankendorf hier das standesamtliche Jawort geben. In dem Raum wurden früher Pferde beschlagen, während nebenan die Eisen geschmiedet und erhitzt wurden. Nach 60 Jahren im Dornröschenschlaf soll jetzt auch wieder Leben in das Schmiedegemäuer neben dem Trauzimmer einziehen. Gerrit Goldmann wird in der Schmiede arbeiten. Neben Schnupperabenden und sogenannten Freiform-Schmiedekursen bietet der Kunst- und Gebrauchsschmied Messer-Schmiedekurse in der historischen Schmiede an. „Ob jemand ein Kaminbesteck, ein Schmuckstück für den Garten, wie etwa einen Rosenbogen oder nur einen schlichten Schlüsselanhänger oder Flaschenöffner fertigen will, ist gleich“, meint der 33-Jährige, dem die Lust auf Feuer, Stahl, Schmiedezangen, Dorne, Hammer und Amboss anzusehen ist.

„Für mich ist das ein ganz besonderer Moment, die alten Bilder zu betrachten und das Fauchen des Feuers in der Schmiede zu hören“, meinte Kirsten Voß-Rahe. Das heutige Schmiedegebäude auf dem Hof Viehbrook wurde 1875 gebaut. Zuvor stand an derselben Stelle bereits eine kleinere Schmiede. Mit dem Neubau 1875 wollte man sich vergrößern. Für ihre besonders hochwertigen Wagenräder war die Schmiede weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt und auch zum Beschlagen der Pferde kamen die Pferdehalter von weit her.

Manchmal soll das Pferdebeschlagen auf dem Hof Viehbrook auch drei Tage und drei Nächte gedauert haben. Dies war immer dann der Fall, wenn man noch in die Gaststätte einkehrte, die es zur damaligen Zeit ebenfalls auf dem Hof gab. „Bis Anfang der 1960er-Jahre wurden die Gastwirtschaft und die Schmiede von den Urgroßeltern Ernst und Magda Voss betrieben“, berichtete Urenkelin Kirsten Voß-Rahe, die heute gemeinsam mit ihrem Mann Christian Rahe das ländliche Kultur-, Bildungs- und Erlebniszentrum Hof Viehbrook betreibt.  

www.hof-viehbrook.de




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert