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Schnee und Eis : Hochspannung vor der Glätte-Nacht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Donnerstag gab es eine Wetterwarnung. Der Winterdienst ist im Dauereinsatz .

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 18:54 Uhr

Neumünster | Die Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von gestern Abend hat nicht nur den Räum- und Streudienst in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Auch bei den Hilfsdiensten und im Schulamt wurde genau auf das Wetterradar geschaut. Denn eine Schnee- und Regenfront näherte sich am Abend von Südwesten.

Der DWD warnte: „Im Laufe der Nacht geht der Schnee von Südwesten her in Regen über mit Gefahr von Glatteis (eventuell Unwettergefahr).“ Am Freitagmorgen erwarte man eine Entspannung der Situation, hieß es in einer Meldung für die Stadt und die Region Neumünster. Entsprechend bereiteten sich der Winterdienst im Technischen Betriebszentrum (TBZ) und der für die A  7 zuständige private Winterdienst der Firma Via Solutions Nord vor.

Um 18 Uhr gestern Abend fuhren die fünf großen Räumfahrzeuge des TBZ präventiv durch die Stadt. Heute ab 5 Uhr sind dann alle Mitarbeiter des Winterdienstes bei der Arbeit. „Neben den großen Räumfahrzeugen haben noch acht Radweg- und sechs Handkolonnen Dienst“, kündigte TBZ-Leiter Ingo Kühl gestern an. Vorrangig werden die Hauptstraßen und Buslinien geräumt und gestreut, erst danach untergeordnete Wege. Auf der Autobahn sind nach Angaben von Via-Solutions-Nord-Sprecher Christian Merl bereits seit dem 28. Dezember zwischen Neumünster-Nord und der Stadtgrenze Hamburg vier Streufahrzeuge rund um die Uhr im Schichtbetrieb im Einsatz. „Wir bringen dauerhaft sogenannte Sohle auf die Fahrbahn, das ist ein Gemisch aus Wasser und Salz. Damit wollen wir verhindern, dass es zu Glätteunfällen kommt“, sagte Merl gestern. Bei Bedarf könnten von den 15 Mitarbeitern der privaten Autobahnmeisterei in Nützen bis zu sieben Räum- und Streufahrzeuge auf dem 59 Kilometer langen Abschnitt eingesetzt werden. „Wir haben 3050 Tonnen Streusalz im Lager und kommen schnell an weitere 2000 Tonnen ran“, so Merl.

Polizeisprecher Sönke Hinrichs erklärte, alle Dienstfahrzeuge hätten Winterreifen. „Spikes wie früher gibt es aber nicht mehr.“ Glätte-Einsätze würden nach Priorität abgearbeitet. „Die Massenkarambolage geht vor dem einfachen Blechschaden.“ Hinrichs bittet um Verständnis, dass bei extremen Wetterbedingungen auch Polizei und Feuerwehr manchmal länger zum Einsatzort brauchen. „Wir müssen selbstverständlich genauso vorsichtig fahren, wie es hoffentlich alle anderen tun.“ Sollte es Blitzeis oder Schneeverwehungen geben, bittet Hinrichs die Bürger, den Wagen stehenzulassen. Spontan wollen die Stadtwerke nach Angaben von Sprecher Nikolaus Schmidt auf Schnee und Eis reagieren. „Wir müssen dann im Einzelfall sehen, ob Busse fahren können oder nicht.“ Mit Verzögerungen im Betriebsablauf sei zu rechnen.

Ob wegen der Wetterwarnung heute der Unterricht an den Schulen ausfällt, stand gestern bei Redaktionsschluss noch nicht fest. „Das Bildungsministerium als oberste Schulaufsicht trifft die Entscheidung. Ich werde mich aber laufend über die Lage informieren“, sagte Schulrat Jan Stargardt gestern. Wenn Schnee und Eis den Verkehr stark behindern, können Eltern selbstständig entscheiden, ob sie ihr Kind in die Schule schicken oder nicht. „Eltern, die eine besondere Gefährdung auf dem Schulweg durch die Witterungs- und Straßenverhältnisse befürchten, können ihr Kind auch dann zu Hause behalten oder es vorzeitig vom Unterricht abholen, wenn kein allgemeiner Unterrichtsausfall angeordnet ist“, zitiert Schulrat Jan Stargardt den gültigen Erlass des Bildungsministeriums vom 13. Juli 2011.

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