Aukrug : Hochsitze werden angesägt oder zerstört

Der Hochsitz  in dem Wald zwischen Ehndorf und Aukrug-Bünzen wurde   kürzlich total zerstört. Rainer Koopmann und Michael Schumann von der Jagdgenossenschaft Bünzen im Hegering Aukrug stehen vor einem Trümmerhaufen.
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Der Hochsitz in dem Wald zwischen Ehndorf und Aukrug-Bünzen wurde kürzlich total zerstört. Rainer Koopmann und Michael Schumann von der Jagdgenossenschaft Bünzen im Hegering Aukrug stehen vor einem Trümmerhaufen.

Die Täter hinterlassen einen handgeschriebenen Zettel. Ein politischer Hintergrund ist möglich.

shz.de von
05. April 2014, 07:00 Uhr

Aukrug | Nachts schlagen sie zu. Dann sind Hochsitze oder Ansitzleitern vor den selbsternannten Tierschützern nicht mehr sicher. Sie zücken ihre Sägen mit und ohne Akkubetrieb, um die jagdlichen Einrichtungen gänzlich zu zerlegen oder auch nur anzusägen. In Aukrug wurden in einem Jahr fünf Hochsitze und eine Ansitzleiter zerstört.

„Die Zerstörungswut zieht sich durch das ganze Land. Vom 1. bis zum 9. März wurden in unserem Revier hier in Aukrug Bünzen ein Hochsitz und eine Ansitzleiter zerstört. Der Sachschaden beträgt rund 800 Euro. Vergangenes Jahr waren es vier Hochsitze. Diese Leute betreiben doch blanken Aktionismus“, empört sich der Aukruger Waidmann Rainer Koopmann.

Oftmals hinterlasen die Täter einen handgeschriebenen Zettel. Darauf ist zu lesen: „Nein zum Tiermord, Nein zur Tierquälerei, Nein zur Jagd, Nein zur Hundequälerei.“

Rainer Koopmann rät Waldbesuchern, die auf einen Jagdsitz steigen wollen, sich vorher ernsthaft davon zu überzeugen, dass der auch auf stabilen Beinen steht. Nach Aussage des erfahrenen Jägers dient der Hochsitz den Waidmännern nicht nur als Deckung und Witterungsschutz. „Der Sitz ermöglicht auch ein sicheres Schießen, weil durch die Sitzhöhe der Erdboden zu einem sicheren Kugelfang wird“, erklärte Koopmann. Seine Bitte an die Waldbesucher: Augen auf und sofort die Polizei über Notruf 110 verständigen, falls sich verdächtige Personen an den Hochsitzen zu schaffen machen.

Für Steffen Ahnert von den Landesforsten aus Neumünster steckt hinter den Sachbeschädigungen System. Er hat den Eindruck, dass die selbsternannten Naturschützer über ihre rechtswidrigen Aktionen erhöhten Druck auf Umweltminister Robert Habeck ausüben wollen, damit das Landesjagdgesetz nach ihren Vorstellungen abgeändert wird. Dieser politische Hintergrund könnte auch erklären, warum die Kripo zentral aus von Kiel die Ermittlungen führt und zur Entscheidung an die Staatsanwaltschaft weiterreicht. Denn sonst werden Sachbeschädigungen von den Polizeidienststellen vor Ort bearbeitet.

Nach Aussage von Steffen Ahnert wurden im vergangenen Jahr landesweit rund 50 Sachbeschädigungen an Hochsitzen mit einer Gesamtschadenshöhe von etwa 20 000 Euro angezeigt.











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